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Tiefkühlware – wie gesund ist sie wirklich?

Tiefkühlware – wie gesund ist sie wirklichBigstock I Copyright: vbacarin I ID: 243991012

In der schnellen Küche ist Tiefkühlware so beliebt wie nie zuvor. Jedes Jahr gibt es mehr Produkte in den Regalen der Supermärkte. Mit Tiefkühlwaren begeben Sie sich auf eine kulinarische Weltreise: Vom Wiener Schnitzel über die asiatische Frühlingsrolle bis hin zur italienischen Pizza reicht die Auswahl. Doch Experten schlagen Alarm: viele der Produkte enthalten viele Konservierungsstoffe und Zucker.

Historisches zum Thema Tiefkühlware

Die Versuche, mit eisigen Temperaturen Lebensmittel länger haltbar zu machen, gehen schon auf Alexander den Großen zurück: Er ließ große Gruben mit Eis füllen, um während des Persischen Krieges Nahrungsmittel und Wein zu kühlen. Die Geschichte von Tiefkühlware wie Sie sie heute kennen, beginnt jedoch deutlich später. Bei einer Forschungsreise zur nordkanadischen Halbinsel Labrador beobachtete der Biologe Clarence Birdseye wie Einheimische Fisch direkt nach dem Fang auf minus 45 Grad einfroren.

Bei der späteren Zubereitung schmeckten sie wie frisch. Carl von Linde, ein deutscher Ingenieur und Erfinder gilt als einer der Pioniere bei der Erzeugung von Tiefkühlware. Er entwickelte eine Kältemaschine, die allerdings bis zum Jahr 1911 nur für die Herstellung von Kunsteis verwendet wurde. Dann nämlich meldete der Fischimporteur aus Dänemark A.J.A. Ottensen ein Patent auf seine Erfindung an: Mit seiner Maschine war es möglich, Fische innerhalb von ein bis drei Stunden auf minus 20 Grad einzufrieren.

Bis zur Vermarktung für einen größeren Personenkreis sollten jedoch noch fast zwei Jahrzehnte vergehen. Dabei begegnet uns wieder der Name Birdseye: Das erste tiefgekühlte Gemüse landete nämlich unter dem Namen „Birds Eye Frostet Foods“ auf dem Markt.

Als offizieller Erfinder der Tiefkühlkost wird der oben erwähnte Clarence Birdseye geführt. Zum Sortiment gehörten bei der Einführung am 6. März 1930 in den USA neben Gemüse und Obst Fischstäbchen. Viele Jahre später würdigte US-Präsident Ronald Regan die Erfindung, indem er den 6. März als National Frozen Food Day (also Tag der Tiefkühlprodukte) titulierte.

Spannende Informationen zur Tiefkühlware in Österreich

In Österreich gilt Hans Petter als Pionier der Tiefkühlware. Er eröffnete 1946 in Raasdorf im Marchfeld das bundesweit erste Werk für die Herstellung von Tiefkühlprodukten. Einen Boom erlebte Tiefkühlware in Österreich jedoch erst ab den 1960er Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich nämlich nicht in jedem Haushalt eine Tiefkühltruhe. Hier einige Zahlen:

  • Im Jahr 1965 hielt sich der Konsum an Tiefkühlware noch in Grenzen: gerade einmal 1,9 kg pro Jahr verzehrte jeder Österreicher
  • 1975 stieg der Pro-Kopf-Verbrauch bereits auf 4 kg
  • 1995 waren es mit 15,6 kg fast viermal soviel
  • Im Jahr 2018 verzehrte jeder 30 kg Tiefkühlware – und dabei sind Eis und Torten sogar ausgenommen.
  • Tiefkühlprodukte werden in 95 Prozent der Haushalte gekauft.

Wie in den Anfangsjahren zählt Fisch zur beliebtesten Tiefkühlware der Österreicher, gefolgt von Kartoffelprodukten wie Pommes Frites. Bei den süßen Mehlspeisen zählen Marillenknödel zu den Favoriten.

Vom Feld in die Tiefkühltruhe: Tiefkühlgemüse besser als sein Ruf

Bei den heutigen modernen Verfahren zur Herstellung von Tiefkühlware gehen gerade bei Gemüse nur wenige Vitamine verloren. Nach der Ernte und Reinigung werden die Vitaminbomben kurz blanchiert. Danach wird es innerhalb kurzer Zeit auf minus 18 Grad abgekühlt. Dieser Prozess muss möglichst schnell ablaufen, damit kleine Eiskristalle entstehen.

Sie beschädigen die Zellwände nicht und deswegen bleiben alle wertvollen Nährstoffe enthalten. Ebenfalls bewahrt werden Konsistenz und Aroma der jeweiligen Sorte. Bei der Lagerung ist wichtig, dass die Kühlkette niemals unterbrochen wird. Ansonsten kann es sein, dass das Gemüse in Klumpen neu gefriert und wichtige Vitamine verlorengehen.

Gerade wenn Sie alleine leben, kennen Sie womöglich das Problem: Sie haben Gusto auf eine Gemüsesorte, brauchen aber für die Zubereitung einer Mahlzeit nur wenig davon. Einer der Vorteile von Tiefkühlgemüse ist, dass Sie aus der Packung portionsweise so viel entnehmen können wie das Rezept vorsieht. Den Rest können Sie sogar Monate später zubereiten, weil Tiefkühlgemüse lange haltbar ist. Außerdem entfällt das lästige Putzen: Die Gemüsestücke sind fertig vorgeschnitten und werden gesäubert schockgefroren. Somit entsteht auch weniger Abfall.

Tiefkühlware kritisch betrachtet

Während schickgefrorenes Obst und Gemüse einen wichtigen Beitrag zu gesunder Ernährung darstellt, betrachten Ernährungsexperten Fertigprodukte aus der Tiefkühltruhe kritisch. Sie sind zwar sehr lange haltbar, das hat jedoch auch einen triftigen Grund: Fertigprodukten werden Konservierungsstoffe zugesetzt. Am besten werfen Sie einen Blick auf die Zutatenliste: Darin verbirgt sich modifizierte Stärke, Nitritpökelsalz und gehärtete Fette.

Überhaupt sind Fertigprodukte in der Regel zu fettreich: Bis zu 10 Gramm Fett pro 100 Gramm hat beispielsweise eine Tiefkühlpizza. Was viele nicht wissen ist, dass der Teigflade aus Italien auch viel Zucker enthalten ist: Bis zu 8 Stück Würfelzucker verbergen sich in einer Portion. Doch Achtung, auf der Packung ist nicht immer „Zucker“ als Inhaltsstoff gegeben; Manchmal wird als Zutat Fruktose (Fruchtzucker) oder Dextrose (Traubenzucker) angegeben.

Tiefkühlgerichte schmecken gut, meinen Sie? Das liegt jedoch nicht an frischen Zutaten, sondern meist an zahlreichen Aromastoffen. In vielen Fertigprodukten sorgt Glutamat für intensiven Geschmack. Wer eine Unverträglichkeit dagegen entwickelt, leidet nach dem Genuss an Kopf- und Gliederschmerzen oder Übelkeit.

Auch Guanylate können allergische Reaktionen auslösen, sie kommen unter anderem in Gerichten mit Tomatensauce vor. Aufgrund des viel höheren Vitamin- und Nähstoffgehalts lohnt es sich, frisch zu kochen, anstatt täglich Tiefkühlware zu konsumieren.

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