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Wie Sie sich vor Winterdepression schützen

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Wenn Sie pünktlich zur kalten Jahreszeit antriebslos sind und sich scheinbar schlechte Laune breitmacht, leiden Sie vermutlich an einer Winterdepression. Während manche sich auf jede Jahreszeit einstellen und sogar trüben Tagen etwas abgewinnen können, wird der Winter für manche zur echten Herausforderung.

Warum es die einen mehr und die anderen weniger beschäftigt, wann es draußen dunkel wird und wie hoch die Temperaturen sind, ist noch nicht ganz klar. Tatsache ist jedenfalls dass Sie mit einer Winterdepression nicht alleine dastehen: Rund 25 Prozent aller Österreicher leiden an saisonal abhängiger Depression (SAD). Sie tritt vorwiegend im Herbst und Winter auf.

Winterblues oder Winterdepression – die Unterschiede

Eine Winterdepression macht sich mit unterschiedlichen Symptomen bemerkbar. Nicht immer ist es gleich eine manifestierte Depression, die Senioren und jüngeren Menschen zu schaffen macht. Der sogenannte Winterblues trifft fast jeden Viertel: Dabei fühlen Sie sich unausgeglichen und müde, können jedoch Ihr Leben im Großen und Ganzen eigenständig weiterführen. Bei einer richtigen Winterdepression hingegen ziehen sich Betroffene von der Außenwelt zurück und schaffen es bei starker Ausprägung nicht mehr, den Alltag zu meistern.

Ungefähr 85 Prozent aller Mitteleuropäer geben an, abhängig von der Jahreszeit einen Unterschied in ihrer Stimmung wahrzunehmen. Bei den meisten handelt es sich dabei um ein wenig schlechte Laune, wenn sie morgens aufstehen und der Himmel wieder einmal nebelverhangen ist.

Winterdepression ist eine schwerwiegende Erkrankung, die zwischen 0,5 und drei Prozent der Bevölkerung trifft. Hier einige Symptome, die zeigen welche massive Einschränkungen Betroffene erfahren:

  • Sie schaffen es morgens kaum aufzustehen, weil Sie sich dem vor Ihnen liegenden Tag nicht gewachsen fühlen. Selbst gewöhnliche Alltagstätigkeiten, die Sie bereits seit Jahren verrichten werden zur großen Herausforderung
  • Manchmal bleiben Sie tatsächlich den ganzen Tag im Bett. Sie haben keine Energie sich anzuziehen
  • Zu Hause bleiben viele Arbeiten liegen, Sie schaffen es nicht Ihre Wäsche zu waschen, zu kochen und zu putzen
  • Sie begeben sich immer mehr in die soziale Isolation. Menschen, die Sie ansonsten schätzen und gerne treffen, gehen Ihnen auf die Nerven

Aus einer manifestierten Winterdepression kommen Betroffene selbst kaum heraus. Im schlimmsten Fall entwickeln sie sogar Selbstmordgedanken. Bei einem Winterblues sind die anfänglichen Symptome ähnlich. Sie beginnen im Spätherbst und gehen von selbst zurück, wenn es im Frühling wärmer wird und die Sonne sich öfter zeigt.

Ein Winterblues ist zwar weniger gefährlich als eine Winterdepression, jedoch durchaus unangenehm. Sie haben mit permanenter Müdigkeit zu kämpfen, fühlen sich antriebslos und sind oft traurig. Bei vielen macht sich ein Winterblues auch mit einem verstärkten Appetit auf Kohlenhydrate bemerkbar. Betroffene haben Heißhunger auf Süßigkeiten und nehmen während der kalten Jahreszeit deutlich an Gewicht zu.

Wie eine Winterdepression entsteht

Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei der Entwicklung einer Winterdepression verschiedene Ursachen eine Rolle spielen. Zum Teil verantwortlich sind die Gene: Sollten Ihre Eltern während der kalten Jahreszeit ebenfalls traurig und permanent müde gewesen sein, ist das Risiko selbst eine Winterdepression zu entwickeln. Auch die persönlichen Strategien mit Stress umzugehen sind vermutlich relevant.

Doch auch ein ganz natürlicher Prozess spielt bei der Winterdepression mit: Dabei geht es wie bei so vielen Befindlichkeitsstörungen um den Hormonhaushalt. Warum Sie abends müde werden, liegt an dem Hormon Melatonin. Sobald es dunkel wird, gelangen weniger Lichtreize ins Auge.

Das ist ein Signal für die Zirbeldrüse, Melatonin auszuschütten. Ist es im Winter über Wochen trüb und zeigt sich die Sonne selten, ist der Melatoningehalt permanent höher. Untersuchungen haben ergeben, dass bei einigen von Winterdepression Betroffenen die Leitung zwischen Auge und Gehirn gestört ist. Ihre Sehzellen reagieren schlechter auf Lichtreize als Personen, die gut gelaunt durch den Winter gehen.

Ein weiterer Grund für Winterdepression ist, dass der Körper für die Melatonin-Produktion Serotonin benötigt. Das Glückshormon wird also vermehrt aufgebraucht, was zu trüber Stimmung führt.

Wie Winterdepression behandelt wird

Die Diagnose Winterdepression erstellt der Arzt nach einem umfassenden Gespräch wo die Symptome genau beschrieben werden. Anschließend werden oft Untersuchungen vorgenommen, die andere Ursachen ausschließen (Bluttest, Schilddrüsenuntersuchung, etc.). Eine der Maßnahmen, die gegen Winterdepression helfen können, sind Antidepressiva, wobei in der Regel Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer zum Einsatz kommen, um den Serotoningehalt zu erhöhen.

Bewährt hat sich auch eine Lichttherapie. Dabei geht es darum, den Lichtmangel auszugleichen. Für die Therapie verwendet man ein spezielles Licht, dass mindestens 2.500 Lux ausstrahlt. Es gibt jedoch auch leistungsstärkere Modelle mit 10.000 Lux, die bereits nach 30 Minuten eine Wirkung erzielen.

Damit wird die Sonne simuliert, die an schonen Tagen mit bis zu 100.000 Lux vom Himmel strahlt. Auch eine psychotherapeutische Behandlung ist bei einer manifestierten Winterdepression anzuraten. Dabei sprechen Sie mit einem Therapeuten über Ihre Gedanken und Gefühle und versuchen die Ursachen für Ihre Winterdepression zu erkennen.

Gemeinsam mit dem Psychotherapien entwickeln Sie Strategien, sich wieder besser im Alltag zurechtzufinden. Grundlage für den Erfolg einer Psychotherapie ist immer ein Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Therapeut.

Viele bieten sogar kostenlose Erstgespräche für ein Kennenlernen an. Wie lange eine Psychotherapie dauert, hängt vom Grad der Winterdepression ab. Manchmal reichen einige wenige Sitzungen, um Mut zu fassen und wieder einen Sinn im Leben zu finden.

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