Der Pensionsschock – weit verbreitetes Problem

Der Pensionsschock – weit verbreitetes Problem
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„Ich habe so viele Interessen, bei mir gibt es sicher keinen Pensionsschock“, sind sich viele ältere Menschen sicher. Doch ist einmal der letzte Arbeitstag gekommen und wird einem bewusst, dass sich ein langer Lebensabschnitt dem Ende zuneigt, liegt die Sache schon anders.

Schön langsam wird einem klar, dass man morgens eigentlich nicht mehr aufstehen muss. Keine Kollegen warten mehr, die sich auf den neuesten Tratsch freuen, den Arbeitsplatz im Büro wird künftig ein anderer Mitarbeiter übernehmen. Schätzungen zufolge ist der Pensionsschock nicht selten: Ganz im Gegenteil rund ein Viertel der Senioren sind davon betroffen.

Wie es zum Pensionsschock kommt

Meistens geraten Senioren nicht direkt nach der Pensionierung in eine Art Starre: Die ersten Wochen nach dem letzten Arbeitstag sind davon geprägt, endlich Aufgeschobenes zu erledigen oder vielleicht einen langgesehnten Urlaub zu machen. Man fühlt sich kaum anders als in den Ferien und genießt es, ausschlafen und in den Tag hineinleben zu können.

Doch irgendwann einmal trifft Senioren die Erkenntnis, dass es in Zukunft niemals anders sein würde. Jeder Tag ist voll unausgefüllter Zeit und viele wissen nicht was sie mit den vielen Stunden anfangen sollen, bis es wieder Zeit zum Schlafengehen ist.

Doch nicht jeder gerät nach der Pensionierung in ein emotionales Tief. Hier einige der Faktoren, die zum Pensionsschock beitragen:

  • Der Pensionsschock trifft vorwiegend jene Arbeitnehmer, die ihre Tätigkeit mit voller Leidenschaft ausgeübt haben
  • Vorwiegend jene, die zugunsten des Berufs viele Sozialkontakte vernachlässigt haben, geraten in ein seelisches Tief
  • Vor allem Menschen, die einen Job mit hohem sozialem Prestige ausgeübt haben, leiden unter der Pensionierung. Die fehlende Anerkennung ist einer der Gründe, warum sie in ein seelisches Tief rutschen
  • Auch Personen, für die der Beruf auch das liebste Hobby war, zählen zu der Risikogruppe

Doch selbst wenn sie nicht gleich in einen richtigen Pensionsschock verfallen, gut geht es nicht jedem Senior im Rentenleben: Ein Viertel gibt an, dass ihnen die Arbeitskollegen fehlen, zehn Prozent plagt Langeweise und rund sieben Prozent entwickeln eine regelrechte Depression.

Wie sich ein Pensionsschock äußert

In den Jahren vor dem letzten Arbeitstag geben rund 65 Prozent der älteren Menschen an, sich auf die Pension zu freuen. Doch wenn es dann einmal soweit ist, wissen manche mit der freien Zeit nichts anzufangen. Die tägliche Anerkennung in der Arbeit fehlt und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu leisten kommt ebenso abhanden.

Darüber hinaus hat man im Berufsleben Gelegenheit, zwischendurch mit Kollegen zu plaudern und sich über Sorgen und Probleme auszutauschen. Dieser Kontakt geht meistens nach der Pensionierung verloren. Selbst wenn man die Kollegen der ehemaligen Arbeitsstätte hin und wieder besucht, ist man in den täglichen Betrieb des Unternehmens nicht mehr eingebunden und fühlt sich ein wenig als Außenseiter.

Langsam wird Senioren bewusst, dass sie auf den letzten Lebensabschnitt zusteuern. Das ist für viele nicht leicht zu ertragen. Während es anfangs noch angenehm ist, morgens nicht aufstehen zu müssen, schleicht sich nach einiger Zeit das Bewusstsein ein, dass man keine Aufgabe außerhalb der eigenen vier Wände mehr hat. Das Gefühlt der Einsamkeit macht sich breit und das nicht nur, wenn man alleine wohnt. Denn immerhin ist man gar nicht gewöhnt, den ganzen Tag mit dem Partner zu verbringen.

Zum Pensionsschock gesellen sich manchmal auch Beziehungsprobleme, weil Eigenheiten des anderen mehr auffallen, wenn man den ganzen Tag gemeinsam verbringt. Die ersten Anzeichen für einen Pensionsschock ist eine gewisse Antriebslosigkeit. Man kann sich morgens nicht dazu motivieren, aus dem Bett zu steigen und bleibt oft bis zu Mittag im Pyjama. „Wozu überhaupt anziehen, wenn ich ohnehin den ganzen Tag zu Hause bin“, denken sich manche Betroffene. Schließlich macht sich eine Mutlosigkeit breit und man ist immer schlechter gelaunt. Anzeichen für eine depressive Verstimmung im Zuge eines Pensionsschocks sind auch Schlafstörungen.

Dem Pensionsschock vorbeugen

Um erst gar nicht in einen Pensionsschock zu gelangen, sollte man schon ein bis zwei Jahre vor der Pensionierung an seinem sozialen Umfeld arbeiten. Immerhin ist es nicht sicher, dass die Arbeitskollegen auch dann noch ein offenes Ohr für Ihre Anliegen haben, wenn sie sich nicht mehr jeden Tag im Büro oder an einer anderen Arbeitsstelle sehen.

Überlegen Sie, welches Hobby Ihnen vielleicht früher einmal Spaß gemacht hat oder Sie noch immer mit Begeisterung ausüben. Vielleicht schreiben Sie sich in einen Sportverein mit speziellen Angeboten für Senioren ein oder besuchen einen Kreativkurs. Dabei lernen Sie im Nu Gleichgesinnte kennen und treffen vielleicht andere Senioren, die mit Ihnen auch andere Dinge unternehmen.

Eine weitere Möglichkeit, dem Leben auch nach der Pensionierung einen Sinn zu geben ist eine ehrenamtliche Tätigkeit zu übernehmen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten: Sie könnten zum Beispiel in einem Sozialmarkt aushelfen oder in einem Obdachlosenheim mitwirken. Auch in Pflegeheimen freuen sich die Bewohner über jeden Besuch. Wenn Sie gerne mit Kindern zusammen sind, wäre vielleicht die Mitarbeit in einer Schule als Lesepate das Richtige für Sie.

Wenn Sie zu ihrer Pension etwas dazuverdienen möchten, suchen Sie nach einem geringfügigen Job. Immer wieder werden Aushilfen gesucht, sei es zur Inventur oder auf den Weihnachtsmärkten in der Adventszeit. Auch Leihomas und –opas verdienen sich ein Taschengeld dazu. Sie sind eine wichtige Stütze für Eltern, die innerhalb ihrer Familie auf kein Netzwerk zurückgreifen können, das bei der Kinderbetreuung hilft.


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