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Interessante Spurensuche in der Vergangenheit: Familienstammbaum erstellen

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In vielen Menschen erwacht an einem Punkt in ihrem Leben der Wunsch etwas über ihre Vergangenheit zu erfahren, dann ist es an der Zeit einen Familienstammbaum zu erstellen. Was manchmal als pures Interesse beginnt, entwickelt sich bei vielen zu einem richtigen Hobby.

Die Gründe dafür einen Familienstammbaum zu erstellen sind unterschiedlich. Einige möchten einfach mehr über ihre Vorfahren herausfinden, andern geht es darum den Nachkommen einen detaillierten Stammbaum zu hinterlassen. Worauf es dabei ankommt und worin die Faszination eines Familienstammbaums liegt, erklärt dieser Beitrag.

Familienstammbaum erstellen: Diverse Recherchequellen nutzen

Mit wissenschaftlichem Begriff wird die Familienforschung als Genealogie bezeichnet. Das Wort stammt aus dem Griechischen und leitet sich auf geneá (Geburt) ab. Der spannende Zweig der Geisteswissenschaft beschäftigt sich mit den Verwandtschaftsverhältnissen von Menschen. Dafür verwenden sie verschiedene Quellen:

  • In Mitteleuropa werden seit dem 16. Jahrhundert Kirchen- und Gerichtshandelsbücher geführt. Dabei wurden schon vor Jahrhunderten Notizen über Grundstücks- und Immobilienkäufe und –verkäufe gemacht. Kirchenbücher dokumentieren alle Ereignisse, die in einer Pfarre passieren. Dazu zählen zum Beispiel Taufen, Trauungen und Begräbnisse. Heute werden diese Informationen in Standesämtern gesammelt
  • Ab dem 18. Jahrhundert kamen in vielen Ländern Personenstandsbücher zum Einsatz. Sie wurden schon damals vom Standesamt geführt und zeichneten vorwiegend Daten jener Personen auf, die keiner Kirchengemeinschaft angehörten
  • Wenn Ihre Vorfahren in Städten wohnen, bietet sich als Recherchequelle die Bürgerrolle an. Seit dem Mittelalter werden hier Daten von Zuwanderern erfasst. Auch heute noch existieren Bürgerbücher: Sie sammeln Daten über Ehrenbürger und lokaler Vorschriften, die ausschließlich für die jeweilige Stadt gelten.

Wichtige Informationsquellen für die Erstellung eines Familienstammbaumes sind auch Universitätsmatrikel. Darunter versteht man die Identifikation aller in einer Universität eingeschriebener Studenten mit der Matrikelnummer. Als eine der ältesten Hochschulen Europas führte die Universität Wien ab dem Jahr 1377 ein Matrikelbuch. Seitdem das Internet Einzug in das Leben der meisten Menschen gehalten hat ist es so einfach wie nie zuvor einen Familienstammbaum zu erstellen. Viele Informationen wurden in genealogische Datenbanken übertragen, die als ausgezeichnete Quelle für Ihre Recherche dienen.

Schritt für Schritt einen Familienstammbaum erstellen

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen einen Familienstammbaum zu erstellen, legen Sie zunächst einmal das Format fest. Am besten eignet sich ein digitaler Stammbaum, da Sie ein am Computer erstelltes Dokument jederzeit an Freunde und Verwandte verschicken und duplizieren können. Naturgemäß beginnen Sie Ihre Recherche bei noch lebenden Personen.

Fragen Sie alle Familienmitglieder nach ihren persönlichen Erinnerungen und dem Wissen, das sie sich in Gesprächen mit anderen angeeignet haben. Um die ersten Äste des Stammbuches zu füllen, ist in der Regel wenig Arbeitsaufwand erforderlich. Als Startpunkt bieten sich Dokumente Ihrer Eltern wie Heirats- und Geburtsurkunde an. Wichtig ist zu beachten, dass sich die Anzahl der Vorfahren bei jeder Generation vermehrt.

Um den Überblick zu bewahren, tragen Sie alle Informationen zeitnah in den Stammbaum ein. Auch eine Nummerierung nach Kekulé ist empfehlenswert. Weisen Sie sich selbst die Nummer 1 zu, sie bezeichnet laut Genealogie die jeweilige Ausgangsperson. Ihrem Vater geben Sie die Nummer 2, der Mutter die 3. Danach schreiten die Zahlen weiter fort, wobei die Nummerierung immer mit dem Mann beginnt.

Anstatt lange Fahrzeiten zu den Pfarr- und Standesämtern in den Wohnorten Ihrer Vorfahren in Kauf nehmen zu müssen, setzen Sie sich heute bequem vor den PC oder Laptop und wandeln Sie auf den Spuren der Vergangenheit. Bei Dokumenten, die Sie in elektronischer Form erhalten lohnt sich eine übersichtliche Archivierung auf Ihrem Endgerät. Geben Sie jedem File einen aussagekräftigen Namen, wie zum Beispiel Bauer_Melanie_geb_1880_3_14_Wien_Taufschein. Somit erkennen Sie später den Inhalt, ohne die virtuelle Kopie öffnen zu müssen.

Professionelle Ahnenforscher beauftragen, um einen Familienstammbaum zu erstellen

Bei unübersichtlichen Familienverhältnissen kann es dazu kommen, dass Sie an einem Punkt anstehen und keine weiteren Informationen mehr finden. Dann stehen Sie vor zwei Möglichkeiten: Manche beenden dann die Recherche und geben sich mit den bereits gesammelten Daten zufrieden.

Viele packt jedoch der Ehrgeiz und so sieht man sich nach professionellen Ahnenforschern um. Sie leisten vor allem dann wertvolle Dienst, wenn die Verwandtschaft über viele Länder verstreut ist. Das passierte durch Kriege, Eheschließungen in das Ausland oder Vertreibungen.

Bei professionellen Ahnenforschern handelt es sich um Historiker, die mit der Materie vertraut sind. Sie haben Zugriff zu zahlreichen Archiven und kennen sich mit der Bedienung historischer Register aus. Der große Vorteil zum Familienstammbaum erstellen in Eigenregie ist, dass die Experten Zugriff auf Datensätze haben, die Ihnen sonst womöglich verschlossen, bleiben.

Allerdings sollten Sie bedenken, dass es sich um eine kostenpflichtige Dienstleistung handelt. Informieren Sie sich besser schon im Vorfeld über die Preise und klären Sie Ihre persönlichen Vorstellungen genau ab.

Als Alternative bieten sich Online-Portale an, die sich auf Ahnenforschung spezialisiert haben. Dabei gibt es kostenlose und zahlungspflichtige Varianten. Hilfestellung bieten außerdem Vereine, die sich mit Ahnenforschung befassen.

Wenn Sie einmal damit begonnen haben einen Familienstammbaum zu erstellen, packt Sie möglicherweise so richtig der Ehrgeiz. Immerhin macht Ahnenforschung Spaß und außerdem lernen Sie dabei nicht nur ihre Familie, sondern auch die Lebensumstände anno dazumal kennen.


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