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Neid unter Geschwisterkindern – wieviel muss sein?

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Vielleicht haben Sie es ja selbst einmal am eigenen Leib erfahren, oder Sie sehen es heute bei Ihren Kindern oder Enkelkindern. Wird ein neues Familienmitglied geboren, hält die Freude beim älteren Geschwisterkind nicht lange an. Schnell macht sich Eifersucht breit. Schließlich bekommt gerade ein neugeborenes Kind anfangs die gänzliche Aufmerksamkeit der Verwandten und der Eltern.

Gerade für ältere Kinder, die davor Einzelkinder waren, ist diese neue Situation oft nur schwer zu ertragen. Oftmals versuchen Eltern zwanghaft gegen diesen aufkeimenden Neid anzukämpfen, in dem sie das ältere Geschwisterkind mit Geschenken überhäufen. Andererseits prägt der Neid, den Geschwister schon im Kindesalter oft verspüren.

Er bereitet sie auf ihr unabhängiges Leben als Erwachsener vor, da auch außerhalb des behütetes Heims der Eltern Rivalität herrscht und es immer wieder dazu kommt, dass eine Person von einer anderen bevorzugt wird.

Was geht in einem Kind vor, wenn sie Neid auf ihr Geschwisterchen empfinden?

Eifersucht unter Geschwistern ist ein alltägliches Problem.  Für das ältere Geschwisterkind ist die Geburt eines Geschwisterchens eine große Umstellung und es durchlebt eine Fülle von Gefühlen: Stolz, Liebe, Freude, Angst, Eifersucht, Enttäuschung und auch Wut. Bisher war es im Mittelpunkt, es hatte ihre Mutter und ihren Vater für sich allein. Jetzt ist es anders.

Nach der Geburt des zweiten Kindes gibt es nun noch einen kleinen Menschen, der gesehen werden möchte, der seine Bedürfnisse ausdrückt, der angenommen werden möchte und Nähe, Zuwendung und Liebe genauso braucht wie das ältere Kind. Es muss seinen Platz nun neu finden. Auch im Jugend- oder Erwachsenenalter wird sich das Kind oftmals in Situationen begeben müssen, in denen es seine Rolle erst finden muss.

An einer neuen Arbeitsstelle ist es nicht sehr empfehlenswert sich den anderen Angestellten gegenüber besonders von oben herab zu verhalten und so zu tun als wäre man der Chef. Man sollte sich integrieren und seine Rolle in einem komplexen Firmengefüge finden.

Jedes Kind gerät innerlich in einen Konflikt, wenn ein Geschwisterchen geboren wird. Dieser wird von Experten als Entthronungstrauma bezeichnet. Das neue Geschwisterchen wird als geliebt und gehasst betrachtet, weil es die bisherige Bindung und das Netz, das es zu den Eltern aufgebaut hat, sprengt. Für ein Kind kann diese Entthronung eine komplizierte Erfahrung sein.

Kinder lernen durch die Geburt eines neuen Geschwisterkinds neue Strategien um ihre Wut, ihr Unverständnis und ihre Enttäuschung auszudrücken. Es lernt, dass es Situationen gibt, in denen Wut- und Schreianfälle unangebracht sind, beispielsweise wenn das jüngere Kind schläft.

Diese Erfahrungen begleiten Kinder ihr Leben lang. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es Personen, die jüngere Geschwisterkinder haben, leichter fällt, ihre Emotionen zu kontrollieren.

Eine wichtige Kompetenz, die jedes Kind durch die Erfahrung eines Geschwisterkindes erlernt ist, zu teilen. Nicht nur die Aufmerksamkeit der Eltern muss geteilt werden, sondern zu meist auch Spielzeug und Süßigkeiten. Das Erlernen des Teilens hilft den Kindern später enorm in ihrem Erwachsenen- und Berufsleben.

Vielleicht kommt eines der Kinder später einmal in die Situation, dass es in eine WG ziehen möchte. Dort muss nicht nur der Wohnraum, sondern meist auch die Einrichtung und das Essen geteilt werden. Außerdem wird jemand der seine Sachen mit anderen teilt, automatisch als sympathischer wahrgenommen.

Was kann man als Erwachsener tun, um den Neid nicht weiter voran zu treiben?

Auch wenn die erste Phase der Eifersucht direkt nach der Geburt des jüngeren Kindes überwunden ist, kommt es zwischen Geschwisterkindern immer wieder zu Neid. Gerade bei Geschwistern, die einen geringeren Altersunterschied als drei Jahre haben, wird immer wieder provoziert, um herauszufinden, wer Mamas oder Papas Liebling ist.

Bei einer solchen Streitsituation sollten Sie sich als Eltern- oder Großelternteil möglichst heraushalten. An Ihnen liegt es eher, derartige Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Darum sollten Sie auf einige Dinge achten:

  • Vergleichen Sie die Kinder nicht miteinander
  • Widmen Sie jedem Kind möglichst gleich viel Zeit
  • Fördern Sie ihre Kinder individuell
  • Behandelns Sie Ihre Kinder fair
  • Fördern Sie die Geschwisterliebe

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