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Volksleiden Verstopfung, was Abhilfe verschafft

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Schätzungen zufolge leiden rund fünf bis 15 Prozent aller Europäer zumindest zeitweise an Verstopfung. Ärzte vermuten, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt, weil sich nicht alle Betroffene fachkundigen Rat einholen.

Frauen sind laut Statistik öfter von dem Problem betroffen als Männer. An krankhafter Verstopfung leiden Sie, wenn Sie nur jeden dritten Tag oder seltener Stuhlgang haben. Meistens sind mit Verstopfung unangenehme Nebenwirkungen verbunden: Schmerzen beim Stuhlgang sind häufig, auch ein Völlegefühl und Bauchkrämpfe machen den Betroffenen schwer zu schaffen.

Wie es zu Verstopfung kommt

Einige Faktoren begünstigen die Entstehung einer Verstopfung. Warum gerade die ältere Generation vermehrt an Verstopfung leidet liegt an den altersbedingten körperlichen Veränderungen:

  • Der gesamte Stoffwechsel ist im Alter verlangsamt
  • Auch die Leber arbeitet nicht mehr auf demselben Niveau wie in jungen Jahren.
  • Der Muskelanteil nimmt mit fortschreitendem Alter ab: Das macht sich auch in der Darmmuskulatur bemerkbar. Die Peristaltik ist nicht mehr so effektiv und aus diesem Grund wird der Darminhalt langsamer weiterbefördert

Ein weiterer Grund warum gerade die ältere Generation vermehrt unter Verstopfung leidet ist ein Flüssigkeitsmangel. Vielleicht haben Sie selbst festgestellt, dass Sie seltener Durst verspüren als früher. Das liegt an den Nerven in Ihrem Mund und im Magen, die melden, wenn Sie genug getrunken haben.

Durst entsteht immer dann, wenn durch einen Flüssigkeitsmangel die Salzkonzentration im Blut ansteigt. Als normale Reaktion darauf trinken sie: dabei melden die Nerven in Mund, Rachen und Magen an das Gehirn, dass Sie Flüssigkeit aufnehmen.

Bei älteren Personen tritt das Sättigungsgefühl Untersuchungen zufolge früher ein als bei Jungen. Vielleicht trinken Sie genauso oft wie früher, aber weniger. Das wirkt sich negativ auf Ihre Verdauung aus.

Auch ein zu geringer Ballaststoffgehalt schadet Ihrem Darm: Die unverdaulichen Nahrungsbestandteile saugen sich im Darm mit Wasser an und quellen auf. Das Volumen nimmt zu und die Darmwände reagieren mit vermehrter Tätigkeit.

Somit wird der Speisebrei weitertransportiert und es kommt zu regelmäßigem Stuhlgang. Auch schwerwiegende Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Diabetes können Verstopfung auslösen.

Temporäre Verstopfung haben Sie vielleicht schon einmal auf Reisen erlebt. Sie wird meistens durch die ungewohnte Lebensmittelauswahl vor Ort ausgelöst. Auch die Veränderung des gewohnten Tagesablaufs kann eine Rolle spielen. Stress ist ebenfalls ein Grund, der zu Verstopfung führt.

Die Diagnose einer Verstopfung

Wenn Verstopfung Ihr Leben beeinträchtigt, suchen Sie am besten den Arzt auf. Für die Diagnose zieht der Fachmann die so genannten ROM-III-Kriterien heran, die im Jahr 2006 aufgestellt wurden. Nach ihnen müssen mindestens zwei der folgenden Symptome über einen Zeitraum der letzten drei bis sechs Monate vorliegen:

  • Weicher Stuhl nur nach der Einnahme von Abführmittel
  • Harter oder klumpiger Stuhl
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang notwendig
  • Seltener als dreimal pro Woche Stuhl
  • Das Gefühl, den Darm nie vollständig entleeren zu können
  • Gefühl einer Blockierung im After

Viele Betroffene greifen zunächst zu Hausmitteln, wenn sie jedoch Blut im Stuhl haben oder starke Schmerzen und Fieber mit der Verstopfung einhergehen, ist sofortige ärztliche Hilfe unbedingt zu empfehlen. Ist die Verstopfung chronisch, kommt es öfter zu schmerzhaften Analfissuren.

Sie sind Risse in der Schleimhaut, die durch harten Stuhl hervorgerufen werden. Hämorrhoiden sind eigentlich keine Erkrankung, dabei handelt es sich um ein Geflecht an Arterien und Venen am Ende des Mastdarms.

Kommt es zu Veränderungen an diesem Schwellkörper, spricht man landläufig von Hämorrhoiden. Ausgelöst werden die Beschwerden von starkem Pressen, wie es bei Verstopfung üblich ist.

Bevor sie den Arzt aufsuchen, um sich bei Verstopfung Hilfe zu holen, lohnt es sich über mehrere Tage die Symptome aufzuschreiben. Wie oft haben Sie Stuhlgang, wie sieht der Stuhl aus und haben Sie Schmerzen dabei? Das sind Fragen, die der Mediziner unter anderem stellt. Im Rahmen der ersten Untersuchung tastet er Ihren Bauch ab und nimmt Ihnen vermutlich Blut ab. Anschließende Maßnahmen wie eine Ultraschalluntersuchung, ein Darmröntgen oder eine Darmspiegelung können folgen.

Behandlung einer Verstopfung

Können schwerwiegende Erkrankungen als Ursache für die Verstopfung ausgeschlossen werden, empfehlen Mediziner oft eine Ernährungsumstellung. Für Betroffene ist es ausschlaggebende stopfende Nahrungsmittel zu vermeiden. Dazu gehören Schokolade, Weißmehlprodukte und Süßigkeiten.

Naschkatzen greifen zu Trockenfrüchten wie Dörrpflaumen, Datteln, Aprikosen oder Feigen. Wichtig ist außerdem den Ballaststoffgehalt der Ernährung zu erhöhen. Das gelingt, wenn Sie vermehrt Vollkornprodukte konsumieren und Ihre Zwischenmahlzeiten darmfreundlich gestalten: Rühren Sie einen Esslöffel Weizenkleie oder Leinsamen in ein Joghurt und der Darm wird es Ihnen danken.

Regelmäßiges Trinken ist ebenfalls wichtig, um den Darm in Schwung zu halten. Starten Sie morgens mit einem Glas lauwarmem Wasser auf nüchternen Magen in den Tag. Anschließend gewöhnen Sie es sich an, mehrmals pro Tag zu trinken.

Am besten eignet sich Wasser oder ungesüßter Tee, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Ein Spritzer Zitronensaft verleiht dem Getränk gerade an heißen Tagen ein erfrischendes Aroma.

Verschieben Sie den Stuhlgang in Zukunft nicht mehr auf einen späteren Zeitpunkt. Wenn Sie den Drang zur Toilette zu gehen verspüren reagieren Sie sofort und nehmen sich Zeit dafür. Verweilt der Speisebrei nämlich länger im Darm als nötig, entzieht ihm der Körper Wasser und der Stuhl wird noch härter.

Auf Abführmittel sollten Sie nur im äußersten Notfall zurückgreifen. Sie beseitigen zwar das akute System, nicht aber den Auslöser der Verstopfung.


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