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Mangelernährung kann schwerwiegende Folgen haben

Mangelernährung kann schwerwiegende Folgen habenBigstock I ID: 352088207 I Copyright: Ustsinava Natallia

Nicht nur Übergewicht stellt ein großes Risiko für Ihre Gesundheit dar, auch Mangelernährung schadet. Vielleicht kennen Sie das Problem: Sie gehen durch den Supermarkt und verspüren auf nichts richtig Gusto. Im Endeffekt landen wieder genau jene Lebensmittel im Einkaufswagen, die Sie jeden Tag essen.

Möglicherweise wissen Sie genau, dass es sich dabei nicht um die gesündeste Auswahl handelt. Anderen Senioren wiederum fehlt das Hintergrundwissen und sie schlittern in eine Mangelernährung ohne zu erkennen woran das Problem liegt.

Was man unter Mangelernährung versteht

Obwohl es in der westlichen Welt an keinem Lebensmittel fehlt, ist Mangelernährung häufig. Von den über 60-Jährigen in Deutschland ist jeder Zwölfte mangelernährt, in Österreich liegt die Situation ähnlich.

Mangelernährung hat übrigens nicht immer etwas mit dem Gewicht zu tun. Selbst wenn Sie im Normalbereich liegen oder einige Kilogramm zu viel auf die Waage bringen, können Sie davon betroffen sein. Mangelernährung hat nämlich nichts mit Ihrer Kalorienaufnahme zu tun. Vielmehr resultiert sie aus einem Ungleichgewicht aus Nährstoffaufnahme und –bedarf. Experten unterscheiden zwei Formen:

  • Je älter Sie sind umso höher ist das Risiko eine quantitative Mangelernährung zu entwickeln. Vor allem pflegebedürftige und hochbetagte Personen nehmen einfach zu wenig Nahrung zu sich. Es kommt zu signifikantem Gewichtsverlust, allgemeiner Schwäche und einer Verschlechterung der Immunabwehr
  • Von einer qualitativen Mangelernährung sind weitaus mehr Menschen betroffen. Ohne es zu wissen versorgen sie den Körper mit weniger Mineralstoffen, Spurenelementen oder Vitaminen als sie eigentlich bräuchten. Betroffene essen genug, aber das Falsche.

Der Ausweg aus einer Mangelernährung ist eine Umstellung des Speiseplans. Doch genau das fällt Senioren oft schwer, weil sie zum Teil an Gewohntem festhalten und sich generell schwerer auf etwas Neues einstellen können als in jungen Jahren.

Wie es zu Mangelernährung kommt

Vielleicht haben Sie es gemerkt, dass Sie in den letzten Jahren zugenommen haben, ohne etwas an Ihrem Speiseplan zu ändern? Das liegt daran, dass Ihr Energiebedarf gesunken ist. Geht man davon aus, dass Frauen im Alter von 35 Jahren im Durchschnitt 2.000 und Männer 2.500 Kalorien brauchen, um ihr Gewicht zu halten, sind es mit 55 bereits um 10 Prozent weniger.

Dafür ist unter anderem die Reduzierung der Muskelmasse verantwortlich: Steuern Sie nicht mit Sport gegen, wandelt der Körper Muskeln in Fett um, das weniger Energie braucht. Auch der langsamere Stoffwechsel und Änderungen im Hormonhaushalt reduzieren den Bedarf.

Weshalb es so schwierig ist im Alter nicht in eine Mangelernährung zu rutschen ist, dass der Nährstoffbedarf bei Ihnen genauso hoch ist wie in jungen Jahren. Sie sollten zwar weniger Kalorien zu sich nehmen, um nicht zuzunehmen, allerdings genauso viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zuführen wie früher. Vielen Senioren fehlt es allerdings an wichtigem Vitamin D, das für die Knochengesundheit notwendig ist.

Häufig liegt auch ein Vitamin B12 Mangel vor, der sich mit allgemeiner Schwäche und Gleichgewichtsstörungen zeigen kann. In vielen Fällen resultiert Mangelernährung aus einer eingeschränkten Lebensmittelauswahl. Morgens gibt es Weißbrot mit Butter und Marmelade, zu Mittag Schnitzel und abends wieder helles Brot.

Alleinstehende machen sich manchmal gar nicht mehr die Mühe zu kochen und verköstigen sich mit Brot, Wurst und Suppen aus der Packung. Diese Lebensmittel enthalten wenig Vitamine und wichtige Nährstoffe.

Doch auch körperliche Beschwerden führen dazu, dass die ältere Generation nicht genügend Nahrung zu sich nimmt. Schlechte Zähne oder Zahnfleischentzündungen führen dazu, dass manche das Essen bewusst meiden. Außerdem verändert sich im Laufe der Jahre der Geschmackssinn: Die Zahl der Geschmacksknospen an der Zunge nimmt ab und aus diesem Grund ist die Wahrnehmung von salz, sauer, bitter und süß verzerrt.

Schwerwiegende Erkrankungen führen ebenfalls zu Mangelernährung. Dazu zählen Darmentzündungen, Tumorerkrankungen und Probleme mit dem Magen und der Leber. Senioren sind jene Personengruppe, die besonders häufig Medikamente einnimmt. Beruhigungsmittel, Antibiotika, Blutdruckmittel und andere Präparate können den Appetit beeinträchtigen und somit zu Mangelernährung führen.

Die Behandlung von Mangelernährung

Wenn die Ursache für den schlechten Ernährungszustand Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme ist, gilt es den Verursacher zeitnah zu beheben. Tut Ihnen die Zahnprothese weh, machen Sie einen Termin beim Zahnarzt aus und lassen sie diese anpassen.

Bei von Medikamenten verursachter Übelkeit, sprechen Sie mit dem Arzt über die Symptome. Vielleicht gibt es ein anderes Präparat, das Sie besser vertragen. Vor allem Hochbetagte leiden oft an Schluckbeschwerden.

Sie kommen mit klein geschnittenen Lebensmitteln besser zurecht. Da völlig pürierte Speisen oft unansehnlich aussehen, ist es in vielen Fällen besser darauf zu verzichten. Menschen, die aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung nicht ausreichend essen können, erhalten mit bilanzierter Trinknahrung alle Nährstoffe. Sie kann sowohl als kompletter Mahlzeitenersatz als auch zur Ergänzung eingesetzt werden.

Sollte Ihnen das Kochen zu beschwerlich sein, nutzen Sie die Angebote für Essen auf Rädern. Dafür gibt es mittlerweile viele verschiedene Angebote. Manche Gaststätten bieten einen günstigen Menüpreis für Lieferungen an, auch karitative Einrichtungen betrieben Essen auf Rädern.

Sie wählen zwischen frisch gekochten Speisen, die warm zu Ihnen geliefert werden und tiefgekühlten Speisen zum portionsweisen Auftauen in der Mikrowelle. Vielleicht ist auch Einsamkeit ein Grund dafür, dass Ihnen Essen keine Freude mehr bereitet.

In diesem Fall lohnt es sich neue soziale Kontakte zu knüpfen. Schreiben Sie sich zum Beispiel in einen Kreativkurs ein oder erkundigen Sie sich in regionalen Pensionistenvereinen über Angebote.

Den Appetit steigert auch regelmäßige Bewegung. Nach einem flotten Spaziergang an der frischen Luft gönnen Sie sich am besten vitalstoffreiche Kost. Integrieren Sie am besten fünfmal pro Tag Obst und Gemüse in Ihren Speiseplan und greifen Sie zu jenen Sorten, die gerade Saison haben.

Vollkornprodukte liefern für Sie wichtige Vitamine und Ballaststoffe, die Ihre Verdauung in Schwung bringen. Fleisch und Wurst brauchen Sie nicht täglich, sehr wohl aber Milchprodukte, um den Kalziumbedarf zu decken.

Vergessen Sie nicht auf hochwertige Pflanzenöle, da Sie bei der Verwertung der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K helfen. Ist Ihr Körper wieder ausreichend versorgt, fühlen Sie sich vitaler und haben vermutlich mehr Energie für Unternehmungen.


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