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Alzheimer – große Herausforderung für Betroffene und Angehörige

Alzheimer – große Herausforderung für Betroffene und AngehörigeBigstock I ID: 312093100 I Copyright: Sam Wordley

Bei Alzheimer handelt es sich um eine häufige Demenzerkrankung: Mehr als die Hälfte aller Dementen leiden unter Alzheimer. Benannt wurde die Erkrankung nach dem deutschen Neuropathologen und Psychiater Alois Alzheimer, der erstmals Veränderungen im Gehirn einer Verstorbenen feststellte.

Er untersuchte 1906 Auguste Deter, die wie ihre Krankenakte zeigte in den Jahren zuvor immer mehr vergessen hatte. Er entdeckte Eiweißablagerungen, die er als Plaques bezeichnete. Außerdem stellte er nicht mehr funktionierende Nervenzellen fest. Bei einer Fachtagung im selben Jahr in Tübingen stellte er Alzheimer als neue und eigenständige Krankheit vor.

Besorgniserregende Fakten rund um Alzheimer

An Alzheimer Erkrankte erleben im Alltag eine massive Beeinträchtigung. Der Grund für das Absterben der Nervenzellen und die Verkleinerung der Hirnmasse ist bis heute nicht vollständig geklärt. Das macht die Verunsicherung noch größer umso mehr, wenn man die Warnungen der Experten aufmerksam verfolgt die von einem signifikanten Anstieg der Fallzahlen in den nächsten Jahren ausgehen. Hier einige Daten dazu:

  • Aktuell leiden ungefähr 100.000 Österreicher an einer Demenzerkrankung. Bis zum Jahr 2050 wird diese Zahl auf 230.000 ansteigen
  • Für die Betreuung von Dementen wird in Österreich jedes Jahr rund eine Milliarde Euro ausgegeben: Davon entfallen sechs Prozent auf Medikamente, 25 Prozent auf Arztkosten und 75 Prozent auf nicht-medizinische Kosten wie Betreuung
  • Weltweit leiden nach einer Schätzung der Alzheimer´s Disease International Organisation 46,8 Millionen Menschen an Demenz. Der Anstieg an Betroffenen ist mit 7,7 Millionen pro Jahr beziffert
  • Morbus Alzheimer betrifft fünf Prozent der über 65-Jährigen und einen von fünf über 80-Jährigen.
  • Zwei Prozent der Alzheimer Erkrankungen werden dominant vererbt, was bedeutet, dass die Veränderung an einem Gen die Erkrankung auslöst. Die Neigung für Alzheimer dürfte ebenfalls genetisch bedingt sein: Bei einem Drittel der Betroffenen war ein naher Angehöriger erkrankt.

Symptome von Morbus Alzheimer

Wenn Sie gelegentlich nicht wissen wo Sie den Autoschlüssel hingelegt haben, müssen Sie nicht gleich befürchten an Morbus Alzheimer erkrankt zu sein. Die Denk- und Merkfähigkeit lässt im Alter generell nach. Charakteristisch für beginnenden Morbus Alzheimer ist die Schwierigkeit sich räumlich zu orientieren.

Vor allem außerhalb der eigenen vier Wände finden Betroffene nicht mehr den Weg nach Hause. Im weiteren Verlauf können sie sich Termine nicht mehr merken und vergessen auch Ereignisse und Namen. Typisch dabei ist, dass so genannte „Gedächtnisinseln“ erhalten bleiben. So können sich Betroffene zum Beispiel an einen Sommerurlaub erinnern, der bereits 10 Jahre her ist, wissen aber nicht was es am Tag zuvor zum Mittagessen gab.

Die Krankheit schreitet verkehrt chronologisch voran. Das bedeutet, weit zurückliegende Ereignisse werden erst im Spätstadium vergessen, während das Kurzzeitgedächtnis früher aussetzt. Typisch ist, dass die Betroffenen anfangs versuchen die Gedächtnisstörung zu überspielen. Dabei erfinden sie Inhalte dazu, an die sie sich nicht erinnern können.

Noch dazu setzt der Wortverlust ein: Patienten haben Schwierigkeiten damit, sich korrekt auszudrücken. Das ist am Anfang besonders bei zusammengesetzten und Fremdwörtern zu bemerken. Oft passen Aussagen auch gar nicht mehr zur Situation.

Parallel zum Verlust der Sprach- und Merkfähigkeit setzen apraktische Störungen ein. Darunter versteht man, dass alltägliche Dinge nicht mehr ausgeführt werden können. Schon früh zeigen sich Probleme beim Schreiben und Lesen, später fehlt es zum Beispiel beim Binden von Schnürsenkel, beim Kochen und auch bei der Körperpflege die Koordination.

In der Regel verläuft die Krankheit in der umgekehrten Reihenfolge eines normalen Entwicklungsverlaufs: Am Ende sind Patienten nicht mehr in der Lage, ihre Ausscheidungen zu koordinieren und müssen gefüttert werden.

Tipps für pflegende Angehörige

Einen an Alzheimer erkrankten Angehörigen zu pflegen ist aus mehreren Gründen äußerst fordernd. Einerseits fehlt gerade in der Anfangsphase beim Betroffenen oft die Einsicht, dass ein Problem vorliegt. Die immer größer werdenden Wissenslücken werden überspielt und die Patienten reagieren oft aggressiv. Je mehr sie bemerken wie sie zunehmend orientierungslos werden umso schwieriger ist es sie in ihrer gewohnten Umgebung zu belassen.

Vor allem dann, wenn kein Angehöriger im gemeinsamen Haushalt wohnt, muss in fortgeschrittenem Stadium eine 24.Stunden Pflegekraft für den Erkrankten sorgen. Alzheimerpatienten finden sich dann in der eigenen Wohnung nicht mehr zurecht, können nicht alleine essen, auf die Toilette gehen und sich waschen.

Wer die Pflege eines Angehörigen übernimmt tut gut daran, sich psychologische Hilfe zu holen. Mittlerweile gibt es viele Angehörigengruppen, die konkrete Tipps geben. Das macht es für Angehörige leichter, mit den unerwarteten Umgangsformen fertigzuwerden. Wenn die einfachsten Dinge zum Problem werden sollte man im Umgang mit Alzheimerpatienten sorgsam mit Kritik umgehen und jeden noch selbst verrichteten Handgriff loben.

Die Selbstbestimmung zu verlieren setzt Betroffenen extrem zu. Stellen Sie sich unter anderem darauf ein, dass Sie der Patient als Dieb bezeichnet, weil er selbst etwas verlegt hat und es nicht zugeben möchte. Als Angehöriger wird Ihnen die wichtige Rolle teil, noch erhaltene Fähigkeiten zu fördern. Dazu zählt zum Beispiel im Haushalt, bei Spaziergängen und Spielen Dinge und Tätigkeiten zu benennen.

Zum aktuellen Zeitpunkt kann das Absterben der Nervenzellen durch Medikamente nicht verhindert, sondern nur verzögert werden. Damit, dass keine Heilungschancen bestehen, werden viele Angehörige nicht fertig. Sie entwickeln mitunter Depressionen, Schlafstörungen und leiden an chronischer Müdigkeit. Vergessen Sie bei der Pflege nicht auf Ihr eigenes Leben und nehmen Sie jede Hilfe in Anspruch. Da sich Alzheimer Patienten im weiteren Verlauf schwer damit tun, fremden Menschen zu vertrauen, binden Sie schon früh Pflegekräfte mit ein.

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