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Die Brennnessel als universelle Heilpflanze

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Völlig zu Unrecht wird die Brennnessel von manchen als Unkraut bezeichnet. Auch das Sprichwort „sich in die Nesseln setzen“ gibt der Pflanze einen negativen Beigeschmack. Damit möchte man ausdrücken, dass man sich selbst durch eigenes Verschulden in eine unangenehme Situation gebracht hat.

Klar ist es nicht besonders angenehm, bei einer Wanderung mit kurzer Hose an den Beinen von einer Brennnessel gestreift zu werden. Dann kommt es nämlich zu dem charakteristischen Jucken. Als Heilpflanze ist die Brennnessel seit vielen Jahrhunderten beliebt und geschätzt. Sie eignet sich sowohl zur inneren als auch zur äußeren Anwendung und schafft bei verschiedenen Beschwerden Linderung.

Brennnessel – eine intelligente Pflanze

Sicher haben Sie es schon erlebt: Bei einem Spaziergang im Wald oder auf einem Feldweg gelangen Sie beim Blumenpflücken mit den Händen an Brennnesseln. Sofort macht sich das typische Jucken auf der Haut bemerkbar. Es wird durch feine Brennhaare an der Pflanze ausgelöst.

Sie befinden sich am Stängel und an den Blättern und dienen als Schutzmechanismus der Brennnessel um sich vor Feinden zu schützen. Die Brennhaare sind so aufgebaut, dass ihre Spitze mit einem abgeknickten Kopf versehen ist. Bei Berührung bricht dieser ab und der Rest des kleinen Pflanzenbestandteils berührt die Haut.

Dabei gelangt etwas Pflanzensaft in die sich bildende mikroskopisch kleine Wunde. Er ist aus leicht ätzenden Substanzen wie Ameisensäure aufgebaut. Auch das darin enthaltene Acetylcholin sorgt dafür, dass Sie ein Brennen verspüren. Anschließend kommt es zu einer natürlichen Abwehrreaktion der Haut: Sie setzt Histamin frei, das für die Quaddelbildung sorgt. Insgesamt sind heute rund 45 verschiedene Brennnessel-Arten verzeichnet.

Bei Brennnesseln handelt es sich um robuste Pflanzen, die ein- oder mehrjährig wachsen. Was viele nicht wissen ist, dass die Brennnessel früher nicht nur in der Heilkunde eingesetzt wurde, sondern auch eine wichtige Faserpflanze war. Bis sie die Baumwolle ablöste, wurden in Mitteleuropa daraus Textilien hergestellt.

Unter anderem wurde auch Papier aus der vielseitigen Pflanze erzeugt. Heute dient die Brennnessel in der Botanik unter anderem als so genannte Zeigerpflanze: Ihr Standort lässt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Bodens zu. Brennnesseln werden bis zu 1,5 Meter hoch und sind prall gefüllt mit Nährstoffen.

Brennnessel, die Königin der Heilpflanzen

Oftmals wird die Brennnessel als die Königin der Heilpflanzen bezeichnet. Sieht man sich den Nährstoffgehalt an, wird klar, dass sie den Namen völlig zurecht trägt. Wenn Sie selbst Brennnesseln sammeln möchten, bieten sich die Monate März bis Mai an. Denn danach blühen die Pflanze und die Nährstoffverteilung ändert sich. Besonders reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist die Brennnessel im Frühjahr. Dann enthalten die Blätter sogar mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Außerdem punktet das Kraut mit folgenden Inhaltsstoffen:

  • Brennnesseln sind prall gefüllt mit Mineralien: Wenn Sie häufig Brennnesseln essen oder als Tee trinken, versorgen Sie Ihren Körper mit Eisen, Magnesium und Kalium
  • Außerdem enthalten sie viele Flavonoide: Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senken und den Blutdruck regulieren. Außerdem haben Flavonoide eine positive Wirkung auf das Immunsystem
  • Was der Pflanze kaum jemand zutraut ist erwiesen: Brennnesseln enthalten ungefähr gleichviel Protein wie Hülsenfrüchte

Allerdings sollten sie auch wissen, dass die Brennnessel einen relativ hohen Anteil an Nitraten aufweist. 100 Gramm speichern rund 145 Milligramm, daher empfehlen Gesundheitsexperten es mit dem Brennnesselkonsum nicht zu übertreiben: Das Bundesamt für Risikobewertung in Deutschland zum Beispiel rät zu einer maximalen Nitrataufnahme von 3,7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Mehr als eine Tasse Brennnesseltee pro Tag sollten es nicht sein.

Als Tee genossen ist die Brennnessel wegen ihrer entwässernden Wirkung ein idealer Begleiter bei Diäten und Detox-Kuren. Auch bei Harnwegsinfekten eignet sich die Heilpflanze perfekt als ergänzende Therapie. Sie können Brennnesseln jedoch nicht nur als Tee zubereiten: Auch als Ergänzung zu einem knackigen Salat hat sie sich bewährt.

Weitere Anwendungsgebiete für die Brennnessel

Brennnesseln eignen sich nicht nur für die innerliche, sondern auch für die äußerliche Anwendung. Unter anderem hat es sich als natürliches Heilmittel bei Haarausfall bewährt. Wenn Sie ein Haarwasser aus der Heilpflanze selbst herstellen möchten, pflücken Sie ungefähr 250 Gramm Brennnesselblätter und übergießen sie in einem Topf mit einem Liter Wasser und einem halben Liter Weinessig.

Anschließend kochen Sie die Mischung für ungefähr 30 Minuten bei kleiner Flamme auf dem Herd. Nach dem Abkühlen seihen Sie den Sud in eine Flasche ab. Die abgekühlte Flüssigkeit tragen Sie nach der Haarwäsche einmal wöchentlich auf und massieren sie in die Kopfhaut ein. Die Wirkstoffe kurbeln die Durchblutung an, dadurch gelangen mehr Nährstoffe in die Haarwurzeln. Haarwasser aus Brennnesseln eignet sich auch gegen Schuppen.

Im Garten macht sich die Brennnessel als natürliches Mittel in der Schädlingsbekämpfung zunutze. Mit einem Sud aus den Pflanzenteilen bekämpfen Sie effizient Blattläuse. Dafür bereiten Sie einen Brennnesselsud nach folgendem Rezept zu: Geben Sie ungefähr zwei Handvoll Blätter in ein Gefäß und gießen Sie zwei Liter kaltes Wasser darüber.

Nun lassen Sie die Mixtur bis zu 24 Stunden stehen. Den unverdünnten Sud geben Sie in eine Sprühflasche und tragen ihn auf von Blattläusen befallene Blätter auf. Da der Sud nur ungefähr drei Tag lang haltbar ist, verwenden Sie ihn nach der Zubereitung zeitnah.

Für einen Dünger lässt sich Brennnesseljauche herstellen: Sie entsteht durch einen natürlichen Prozess, wenn Sie ein Kilo frische Blätter in einen großen Kübel mit Regenwasser geben und diesen für einige Tage in die Sonne stellen. Das setzt den Gärungsprozess in Gang und ein natürlicher Dünger entsteht.

Wenn Ihnen der Geruch zu unangenehm ist, mischen Sie rund eine Handvoll Steinmehl dazu. Wenn die Jauche nach zwei Wochen nicht mehr schäumt und dunkel wird, kann sie verwendet werden. Dafür verdünnen Sie den selbst zubereiteten Dünger im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gießen die Pflanzen damit. Regelmäßig angewendet, regt die Jauche das Wachstum an und verschafft Ihnen einen reichen Ertrag.

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