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Creatin und Haarausfall: Achtung bei Überdosierung

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Wer regelmäßig Sport betreibt wird sich bei der Überschrift fragen was Creatin und Haarausfall miteinander zu tun haben. Denn immerhin ist Creatin schon seit Jahrzehnten aus der Kraftsportszene nicht wegzudenken. Viele versuchen mit Nahrungsergänzungsmitteln ihre Leistung zu verbessern.

Creatin ist ein Stoff, der vom Körper selbst hergestellt wird. Es handelt sich um eine Säure, die aus den Aminosäuren Glycin, Methionin und Arginin besteht. Die Bauchspeicheldrüse, die Leber und die Niere sind an der Produktion beteiligt.

Sportler nehmen es zusätzlich ein, weil eine vermehrte Aufnahme die Leistung angeblich um 10 bis 15 Prozent steigert. Soweit so gut, doch was haben Muskelaufbau und die Regenerationsfähigkeit mit den Haaren zu tun? Dieser Beitrag klärt auf.

Creatin und Haarausfall: Seit wann ist die Säure überhaupt bekannt?

Die Entdeckung von Creatin liegt schon einige Zeit zurück. Als der Wissenschaftler Eugene Chevreul aus Frankreich im Jahr 1832 verschiedene Stoffwechselprodukte in Fleisch untersuchte, machte er als erster Bekanntschaft mit Kreatin. Es gelang ihm, die Säure zu insolieren.

Der Name des heute bei Kraftsportlern so beliebten Nahrungsergänzungsmittels leitet sich vom griechischen Wort für Fleisch „Kreas“ ab. 15 Jahre später setzte der deutsche Biochemiker Justus von Liebig die Forschungsarbeiten fort.

Er stellte erstmals einen Zusammenhang zwischen dem Kreatingehalt in der Skelettmuskulatur und dem Bewegungsverhalten fest. In einer Studie fand er heraus, dass in freier Wildbahn lebende Füchse zehnmal mehr Kreatin in ihren Muskeln gespeichert hatten als in Gefangenschaft gehaltene Tiere.

Hier weitere Meilensteine auf dem Weg von Creatin zu einem der bekanntesten und häufig verkaufen Nahrungsergänzungsmittel für Sportler:

  • 1927 entdeckten Yellapragada Subbarow und Cyrus Hartwell Fiske Phosphokreatin, ein Derivat. Sie konnten nachweisen, dass der Gehalt dieser Substanz in den Muskeln während einer Phase der Anstrengung abnahmen und in Ruhe wieder steigen. Sie stellten fest, dass Phosphokreatin eine entscheidende Rolle in der Energiebereitstellung spielt
  • Nach dieser Erkenntnis wurde rund um Creatin nur mehr wenig geforscht. Erst 1992 wurde bekannt, dass die Einnahme von Creatin als Nahrungsergänzungsmittel die Gesamtkreatinkonzentration in der Muskulatur erhöht.
  • Als Beweis dafür, dass Kreatin tatsächlich für eine bessere Regenerationsfähigkeit und vermehrten Muskelaufbau sorgt, geben Befürworter eine ebenfalls im Jahr 1992 veröffentlichte Studie von Harris et al an.

Auch für die ältere Generation sollte Krafttraining und Muskelaufbau ein wichtiges Thema sein. Immerhin sinkt der Muskelanteil ab dem 30. Geburtstag jedes Jahr um ein Prozent. Muskeln sind jedoch eine wichtige Stütze für das Skelett.

Mit regelmäßigem Krafttraining sorgen Sie dafür, dass Ihre Beweglichkeit erhalten bleibt, Haltungsschäden vermieden werden und noch dazu Ihr Körpergewicht konstant bleibt. Doch wenn Sie an erblich bedingtem Haarausfall leiden, nehmen Sie besser Creatin ein. Es gibt nämlich einen Zusammenhang zwischen Creatin und Haarausfall.

Wie Creatin und Haarausfall zusammenhängen

Bei rund der Hälfte aller Männer stellt sich nach dem 50. Geburtstag erblich bedingter Haarausfall ein. Doch auch Frauen sind von dem Problem betroffen. Wenn Sie pro Tag ungefähr 100 Haare verlieren, müssen Sie sich deswegen keine Sorgen machen.

Der Haarwuchs unterliegt nämlich mehreren Zyklen, die mit dem Ausfall enden. Da gesunde Haarfollikel diesen Kreislauf 10 bis 30 Mal durchlaufen, sollten Sie von der Theorie her bis an Ihr Lebensende sich über volles Haar freuen können.

Leider sieht die Praxis oft anders aus. Bei manchen zeigen sich die ersten Symptome erblich bedingten Haarausfalls schon in der Jugend, acht von zehn Senioren in fortgeschrittenem Alter leiden darunter, auch rund 30 Prozent der Frauen entwickeln erblich bedingten Haarausfall.

Verursacht wird er durch eine genetisch programmierte Überempfindlichkeit gegen Dihydrotestosteron, einem Sexualhormon, das auch unter der Abkürzung DHT bekannt ist. Die Reizbarkeit führt dazu, dass sich die Wachstumsphase signifikant verkürzt. Normalerweise dauert sie bis zu sechs Jahre, bei erblich bedingtem Haarausfall schrumpfen in fortgeschrittenem Verlauf die Follikel ein und sie produzieren nur mehr sehr feines Haar, das schließlich auch ausfällt.

Zwischen Creatin und Haarausfall besteht deswe4gen ein Zusammenhang, weil Creatin die Ausschüttung von DHT fördert. Creatin selbst führt also nicht zwingend zu Haarausfall, sondern verstärkt die Probleme, wenn erblich bedingter Haarausfall vorliegt.

Creatin und Haarausfall ist also nur dann ein Problem, wenn Sie an erblich bedingtem Haarausfall leiden. Verlieren Sie aus anderen Ursachen (also wegen einer Medikamenteneinnahme, einer nicht ausgewogenen Ernährung oder einer Hauterkrankung) ihr Haarkleid, nehmen Sie das Nahrungsergänzungsmittel ruhig weiterhin ein.

Creatin und Haarausfall: Die Lösung

Nicht jeder geht gelassen mit einem schwindenden Haarkleid um. Wie bereits erwähnt sollten Sie bei erblich bedingter Alopezie besser auf Creatin verzichten, um den Haarausfall nicht zusätzlich zu verstärken. Wenn Sie die Tatsache nicht hinnehmen möchten, dass sich auf Ihrem Kopf eine Glatze bildet, bieten sich einige Medikamente an.

Minoxidil zum Beispiel ist als Schaum oder Tinktur erhältlich und sorgt für eine bessere Durchblutung der Kopfhaut. Dadurch gelangen mehr Nährstoffe zu den Haarwurzeln und sie können sich erholen. Finasterid wurde ursprünglich als Medikament bei gutartigen Prostatatumoren entwickelt.

Bei der Therapie stellte sich heraus, dass es auch den Haarwuchs verbesserte. Es wird als Tablette eingenommen und blockiert die Produktion des Hormons 5a-Reduktase, das wiederum für die Bildung von DHT zuständig ist.

Als dauerhafte Therapie gegen Haarausfall bietet sich eine Eigenhaarverpflanzung an. Dabei werden aus dem bestehenden Haarkranz (meist vom Hinterkopf) Follikelgruppen an kahle Stellen implantiert. Das Verfahren ist nahezu schmerzfrei und gilt heute als modernste Therapie gegen erblich bedingten Haarausfall. Creatin und Haarausfall stehen also vermutlich in Zusammenhang, es gibt jedoch Hilfe, wenn sich das Haarkleid lichtet.

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