Haarausfall durch Rauchen – die Hintergründe

Haarausfall durch Rauchen
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Ganz viele verschiedene Gründe können dazu führen, dass Ihr Haar nicht mehr so voll ist wie früher. Einerseits spielt das Alter eine Rolle, denn vor allem Männer sind von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Dieser kann schon mit 20 oder 25 einsetzen, doch meistens kommt um den 50. Geburtstag die Zeit, wo sich der Haaransatz an den Schläfen zurückzieht. Dieses Phänomen ist auch als Geheimratsecken bekannt. Doch auch viele andere Ursachen können dazu führen, dass sich Haare ausdünnen. Auch Raucher sollten sich bewusst machen, dass sie damit ihrem Haar Schaden zufügen.

Haarausfall durch Rauchen und andere gesundheitlichen Folgen

Im Zigarettenrauch befinden sich ungefähr 4.800 Inhaltsstoffe, die zum Teil als giftig eingestuft werden. Dass Rauchen nicht gesund ist, wissen die meisten. Dennoch beschwichtigen viele Raucher und tun Warnungen von Gesundheitsexperten als Panikmache ab. Dabei setzt jeder Raucher sich selbst und die Umwelt einer großen Gefahr aus.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bekanntgegeben, dass rund fünf Millionen Menschen auf der Welt jedes Jahr an den Folgen des Tabakkonsums sterben. Dabei handelt es sich beim Rauchen um jenes Gesundheitsrisiko, dass Menschen noch am ehesten selbst beeinflussen können. Hier einige Fakten zur schädlichen Wirkung, abseits vom Haarausfall, der durch Rauchen hervorgerufen wird:

  • Rund ein Viertel aller Menschen, die an Krebs sterben waren Raucher. Forscher haben herausgefunden, dass der Tabakrauch mindestens 90 krebserregende Stoffe enthält. Besonders häufig trifft Raucher Lungenkrebs: Bei Männern ist zu 90 Prozent das Rauchen verantwortlich für die Entwicklung der Erkrankung. Wer mehr als 20 Zigaretten pro Tag raucht, hat ein um das 15-fache erhöhtes Risiko, Lungenkrebs zu entwickeln
  • Außerdem führt Rauchen vermehrt zu Herz-Kreislauferkrankungen. Ablagerungen an den Blutgefäßen sind dafür verantwortlich. Dadurch kann es schneller zu einem Herzinfarkt kommen
  • Abgesehen von Lungenkrebs verursacht Rauchen auch andere schwerwiegende Lungenerkrankungen. Immerhin reizt der Qualm die Atemwege. Die Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung, die auch als COPD bekannt ist, trifft zu 90 Prozent Raucher

Darüber hinaus wirkt sich Tabakkonsum auch negativ auf das Hautbild aus. Durch im Tabak enthaltene Stoffe altert das größte Organ des Menschen vorzeitig. Doch auch die Haare sind massiv in Mitleidenschaft gezogen.

Wie es zu Haarausfall durch Rauchen kommt

Rauchen ist zwar bei den wenigsten alleiniger Auslöser für Haarausfall, bei vielen spielt es jedoch eine entscheidende Rolle. Grund dafür ist, dass Zigarettenkonsum den gesamten Blutfluss im Körper beeinträchtigt. Anfangs ist dieses Problem an der Kopfhaut kaum zu merken. Sehr wohl aber, wenn die Haarfollikel bereits angeschlagen sind. Dann kommt es bei Rauchern dazu, dass sich das Haarwachstum schneller verlangsamt.

Im letzten Stadium stellen die Wurzeln ihre Produktion ganz ein und es kommt zu den unerwünschten kahlen Stellen auf dem Kopf. Dabei handelt es sich um ein Zusammenspiel von zwei Faktoren: Einerseits führt in den meisten Fällen eine erbliche Vorbelastung dazu, dass es aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen ein männliches Sexualhormon zum Haarverlust kommt. Auf der anderen Seite wiederum hemmt Rauchen genau das, was die Kopfhaut in diesem Stadium dringen brauchen würde: Nämlich eine bessere Durchblutung. Wird diese durch das Rauchen noch mehr gedrosselt, kommt es zu einer Unterversorgung der Haarwurzeln mit wichtigen Nährstoffen. Der natürliche Haarwuchszyklus verkürzt sich.

Während sich das Haar bei gesunden Menschen für bis zu sechs Jahren in der Wachstumsphase befindet, kann diese bei Rauchern, die noch dazu erblich vorbelastet sind, um vieles kürzer sein. Doch auch das Passivrauchen setzt dem Haarkleid massiv zu. Der Rauch setzt sich an der Haarstruktur ab und es wirkt spröde und glänzt nicht mehr.

Haarausfall bei weiblichen Rauchern

Bei weiblichen Rauchern spielt noch eine weitere Komponente eine entscheidende Rolle. Bei ihnen führt permanenter Nikotinkonsum nämlich zu einem niedrigen Östrogenspiegel. Dieser wiederum kann Haarausfall begünstigen. Jedoch hat ein niedriger Östrogenspiegel, der durch das Rauchen hervorgerufen wird, auch weitere signifikante Auswirkungen auf die Gesundheit. Immerhin bewirkt dieses Hormon zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper.

Unter anderem sind sie für den Abbau von Schadstoffen verantwortlich – unter anderem auch für das Nikotin im Körper. Auf der anderen Seite aktivieren Inhaltsstoffe im Rauch einige Enzyme in der Leber. Sie sorgen dafür, dass noch aggressivere Schadstoffe gebildet werden, die Entzündungen verursachen und im schlimmsten Fall sogar zu Thrombosen führen können.

Abhilfe bei Haarausfall durch das Rauchen

Wenn Sie Ihrer Gesundheit einen wirklich großen Dienst erweisen möchten, hören Sie auf zu rauchen. Es ist nie zu spät, sich von dieser so gefährlichen Sucht zu befreien. Sie müssen diesen Weg allerdings nicht alleine gehen. Immerhin gibt es heute gute Methoden, um mit dem Nikotinentzug fertig zu werden. Eines ist besonders wichtig: Informieren Sie Ihre Umwelt über das Vorhaben, mit dem Rauchen aufzuhören. Denn vor allem in den ersten Tagen müssen Sie sich auf unangenehme Begleiterscheinungen einstellen. Diese können von Nervosität über Aggression bis hin zu Schlafstörungen reichen.

Halten Sie dennoch durch, sowohl Ihre Lunge als auch Ihr Haarkleid werden es Ihnen danken. Für viele ist das Rauchen außerdem mit einem speziellen Ritual verbunden. Dieses werden Sie am Anfang vielleicht genauso vermissen wie die Zigarette selbst. Am besten finden Sie eine Alternative dazu. In Absprache mit dem Arzt oder einem fachkundigen Apotheker helfen Nikotinersatzpräparate wie Pflaster oder Kaugummis bei der Entwöhnung. Sie werden sehen, nach einigen Wochen erholt sich ihr Haar und wirkt wieder glänzend.


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