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Wie Sie mit Ihrer Pollenallergie richtig umgehen

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Wenn Sie an einer Pollenallergie leiden, sehen Sie dem Frühling vermutlich mit gemischten Gefühlen entgegen. Endlich sind die ersten warmen Tage gekommen und es zieht Sie ins Freie. Doch schon nach wenigen Minuten juckt die Nase, der Niesreiz ist enorm und die Augen fangen an zu jucken.

All diese Symptome deuten darauf hin, dass Sie an einer Allergie leiden. Mit dem Problem sind Sie nicht alleine, denn mehr als Drittel aller Österreicher reagiert allergisch. Grund dafür ist, dass Ihr Immunsystem aus der Balance gerät und mit allen Mitteln versucht, eigentlich harmlose Stoffe wie einen gefährlichen Erreger zu bekämpfen.

Mit einer Pollenallergie sind Sie nicht alleine

Experten gehen davon aus, dass in wenigen Jahren jeder zweite Europäer an einer Allergie leiden wird. Nicht nur Pollen, sondern auch Nahrungsmittel, Tierhaare und Hausstaub bereiten den Betroffenen grobe Probleme. Die auslösenden Stoffe bezeichnen Fachleute als Allergene. Die zahlen lassen nicht nur Experten aufhorchen:

  • In Österreich leiden 37 Prozent aller Menschen an einer Allergie, das sind um 12 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2012
  • 43 Prozent leiden unter einer Pollenallergie, somit ist der feine Blütenstaub Hauptauslöser
  • Die Statistik belegt auch, dass die Neigung zu einer Allergie vererbbar ist: sind beide Elternteile erkrankt, kommt es bei 60 bis 80 Prozent der Kinder zu Allergien
  • Liegt in der Familie keine Pollenallergie vor, kommt es bei unter fünf Prozent der Kinder dazu.

Warum die Zahl an Pollenallergikern immer mehr zunimmt, ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass die Umweltbelastung eine entscheidende Rolle dabei spielt. Dafür spricht, dass in Industrieländern Pollenallergien deutlich häufiger verzeichnet werden als in anderen Regionen der Welt.

Autoabgase und andere Schadstoffe schädigen die Abwehr generell. Auch ein inaktiver Lebensstil begünstigt eine Pollenallergie. Permanenter Stress und unausgewogene Ernährung belasten den Organismus zusätzlich.

Außerdem liegt die Vermutung nahe, dass gerade Kinder heute ihr Immunsystem zu wenig trainieren. Während sie vor einigen Jahrzehnten ihre Freizeit vorwiegend an der frischen Luft verbrachten, spielen sie heute mit dem Smartphone und halten sich generell mehr im Innenraum auf.

Wie die Diagnose Pollenallergie gestellt wird

Pollen gibt es unzählige, daher ist es für Sie besonders wichtig zu wissen worauf genau Sie allergisch reagieren. Der Pollenflug beginnt im Spätwinter und dauert bei milder Witterung bis in den Oktober hinein. Die erste Pflanze, die Ihnen als Pollenallergiker Probleme bereitet ist die Hasel.

Ihr Pollenflug startet bereits Ende Februar. Anschließend folgen Erle und Pappel. Eine Birkenallergie macht sich besonders im April bemerkbar. Besonders lange zeigen Sie Symptome, wenn Sie gegen Gräser allergisch sind. Die Pollen fliegen nämlich von April bis Ende August.

Noch länger quält Sie eine Ragweed Allergie. Das Unkraut gedeiht entlang vieler Wege und zählt bei einer Pollenallergie zu den aggressivsten Allergenen. Von August bis in den Oktober hinein blüht die Pflanze.

Wenn Sie den Verdacht hegen an einer Pollenallergie zu leiden, suchen Sie am besten einen Spezialisten auf. In größeren Städten finden Sie in Allergieambulatorien kompetente Ansprechpartner. An erster Stelle im Diagnoseprozess steht eine ausführliche Anamnese.

In einem Gespräch berichten Sie seit wann die Symptome auftreten und zu welcher Jahreszeit Sie am meisten darunter leiden. Wichtig ist außerdem, Angaben darüber zu machen ob auch andere Familienangehörige von einer Pollenallergie betroffen sind. Bevor Sie ein Allergieambulatorium aufsuchen, lohnt es sich für einige Zeit ein Allergietagebuch zu führen.

Auskunft darüber, wogegen genau Sie allergisch reagieren gibt ein Pricktest. Dabei ritzen die Mitarbeiter des Labors mit einer Rasierklinge feine Schnitte in Ihren Unterarm. Anschließend tragen sie verschiedene Substanzen auf die Haut auf.

Eine Reaktion zeigt sich nach rund 15 Minuten in Form einer Quaddel. Als Ergänzung nehmen Ambulatorium meistens einen Bluttest vor. Ein bei Allergikern wichtiger Parameter sind die IgE-Antikörper. Je höher der Wert, um so stärker die Allergie zum Testzeitpunkt. Sollten Sie im Zuge Ihrer Pollenallergie auch an Atembeschwerden leiden, wird außerdem ein Lungenfunktionstest vorgenommen.

Pollenallergie: Die Behandlung

Sollte bei Ihnen eine Pollenallergie festgestellt werden, gibt Ihnen Ihr Arzt vermutlich einige Tipps mit auf den Weg. Dazu zählt unter anderem die Allergene zu meiden. Das ist nicht so einfach, denn Pollen schwirren nahezu überall herum. Auf Bewegung an der frischen Luft müssen Sie trotz Allergie nicht verzichten.

Beachten Sie dabei nur, dass die Pollenbelastung in den frühen Morgen- und späten Abendstunden am geringsten ist. Danach orientiert sich auch die beste Zeit, um die Wohnung gründlich durchzulüften.

In der Stadt ist der Pollenflug zwischen 6 und 8 Uhr morgens am geringsten, am Land von 19 Uhr bis Mitternacht. Da Sie Pollen bei jedem Aufenthalt im Freien mit in Ihr Zuhause bringen, ziehen Sie Ihre Kleidung besser nicht im Schlafzimmer aus. Auch tägliches Haarewaschen ist eine gute Maßnahme.  Betroffene lassen außerdem den Pollenfilter ihres Autos regelmäßig tauschen.

Gerade während der akuten Belastungsphase ist es für Pollenallergiker wichtig, sich mit Antihistaminen zu versorgen. Antiallergische Tabletten werden in der Regel gut vertragen. Achten Sie unbedingt auf den Beipackzettel, da manche Präparate müde machen und daher besser abends eingenommen werden.

Für die lokale Behandlung bieten sich Nasensprays und Augentropfen an.  Gerade bei dem weit verbreiteten Heuschnupfen hat sich eine Impfkur bewährt. Experten raten, im Herbst damit zu beginnen, wenn der Pollenflug vorbei ist. Dann erhalten Sie in regelmäßigen Abständen eine minimale Dosis des Allergens gespritzt, damit sich der Körper langsam daran gewöhnt die Pollen nicht mehr als Feind zu klassifizieren.


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