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Nächtlicher Harndrang: Ursachen und Behandlung

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Einer der Gründe warum viele Senioren nicht mehr so gut schlafen wie früher ist nächtlicher Harndrang. Wie der Name schon sagt müssen Betroffene während der Nachtstunden auf die Toilette. Von Nykturie, wie man nächtlichen Harndrang im Fachjargon bezeichnet, sprechen Experten, wenn Sie mindestens zwei Mal pro Nacht das WC aufsuchen müssen.

Viele Betroffene leiden sehr unter dem Problem: Nur die wenigsten können nach dem Toilettengang gleich wieder einschlafen. Somit ist der Erholungswert reduziert und sie stehen am Morgen müde auf. Welche Ursachen hinter nächtlichem Harndrang stecken und was Sie dagegen tun können, zeigt dieser Beitrag auf.

Wissenswertes rund um den nächtlichen Harndrang

Wenn Sie nachts mindestens zweimal zur Toilette müssen und über 60 Jahre alt sind, stehen Sie mit diesem Problem nicht alleine da. 77 Prozent der Menschen in dieser Altersgruppe leiden nämlich an nächtlichem Harndrang. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie ein Mann oder eine Frau sind. In den meisten Fällen ist Nykturie einfach eine Begleiterscheinung des fortschreitenden Alters. Dennoch hat das Problem weitreichende Auswirkungen, die weit über den Mehrkonsum an Toilettenpapier hinausgehen:

  • Betroffene empfinden nächtlichen Harndrang mitunter als große Belastung. Sie tun sich schwer dabei, aus dem Bett zu kommen und das Aufstehen ist gerade nach längerem Liegen beschwerlich
  • Im Durchschnitt dauert es bis zu 30 Minuten, bis man einschlafen kann. Bei mehr als zwei Unterbrechungen liegen Betroffene also mindestens eine Stunde wach.
  • Aufgrund des nächtlichen Toilettengangs fühlen sich Senioren am nächsten Morgen müde und antriebslos
  • Das reduzierte Schlafpensum kann sogar Kopfschmerzen auslösen
  • Ziehen sich die Probleme über mehrere Monate oder Jahre, sind sogar schwerwiegende Depressionen möglich. Die chronische Müdigkeit belastet so sehr, dass sogar alltägliche Dinge wie die Führung des Haushalts zur großen Herausforderung werden
  • Gerade wenn Sie nicht mehr gut zu Fuß sind, besteht bei jedem Gang zur Toilette ein erhöhtes Risiko für einen Sturz.

Nächtlicher Harndrang hat verschiedene Ursachen

Bei nächtlichem Harndrang handelt es sich nicht um eine eigene Erkrankung, vielmehr tritt er als Begleitsymptom von anderen Krankheiten auf. Eine der Ursachen kann in einer Herzschwäche liegen. Dabei sinkt die Pumpleistung des Herzens und der Körper beginnt tagsüber Wasser einzulagern, meistens passiert das in den Beinen Im Liegen kommt die Flüssigkeit in Schwung und wird ausgeschieden. Anzeichen für eine Herzinsuffizienz ist nicht nur nächtlicher Harndrang, sondern auch Atemnot und eine geringe Leistungsfähigkeit bei Belastungen.

Bei Diabetikern ist nächtlicher Harndrang eine ganz natürliche Begleiterscheinung: Bei ihnen entsteht ein unangenehmer Kreislauf. Sie haben großen Durst und müssen daher mehr trinken als Menschen, die nicht an der Zuckerkrankheit leiden. Die Flüssigkeit muss wieder ausgeschieden werden. Bei richtiger Einstellung mit Medikamenten pendelt sich das Durstgefühl ein und die Beschwerden lassen nach.

Ein weiterer Grund für nächtlichen Harndrang ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, die bei fünf bis 10 Prozent der Bevölkerung auftritt. Darunter versteht man kurzfristige Atemaussetzer, die mit einer Verringerung der Sauerstoffzufuhr verbunden sind. Meistens leiden die Betroffen auch an starkem Schnarchen, Mundtrockenheit und Schwindel nach dem Aufstehen. Wird das Schlafapnoe Syndrom nicht behandelt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall signifikant.

Gründe für nächtlichen Harndrang sind auch in der Niere selbst zu finden. Besonders wenn es zu einer Schädigung der Blutfilter kommt, reichert sich der Urin mit Albumin an. Dieses Protein ist bekannt für seine Eigenschaft, Wasser zu binden. Außerdem kommt es bei einer Hormonstörung zu nächtlichem Harndrang: Verantwortlich dafür, dass die Urinbildung während der Nachtstunden gesenkt wird, ist das Antidiuretische Hormon. Drosselt der Körper wegen einer Erkrankung die Produktion, müssen Betroffene häufiger die Toilette aufsuchen.

Die Behandlung von nächtlichem Harndrang

Sollten Sie über einen längeren Zeitraum öfter als zweimal pro Nacht die Toilette aufsuchen müssen, suchen Sie am besten Ihren Hausarzt auf. Wie sich aus den möglichen Ursachen zeigt muss der Grund für Ihr Problem nicht unbedingt an der Niere liegen. Gemeinsam mit dem Mediziner begeben Sie sich auf Ursachenforschung. Bestandteil der umfassenden Anamnese sind Detailfragen wie:

  • Besteht das Problem nur nachts oder müssen Sie auch tagsüber öfter zur Toilette?
  • Wie viel Urin wird während der Nachtstunden ausgeschieden?
  • Wie lange besteht das Problem bereits?
  • Sind Sie müde obwohl Sie lange genug im Bett waren?
  • Berichtet Ihr Partner, dass Sie laut und lange schnarchen?

Relevant für die Behandlungsschritte sind außerdem Vorerkrankungen. Außerdem nehmen Sie zum Arztbesuch am besten alle Medikamente mit, die Sie regelmäßig einnehmen. Manche von ihnen begünstigen nämlich die Urinbildung. Neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung stehen dem Arzt verschiedene Diagnosearten zur Verfügung: Er kann Sie zum EKG oder zum Ultraschall überweisen. Eine Blut- und Urinuntersuchung trägt ebenfalls zur Ursachenforschung bei.

Die Behandlung des nächtlichen Harndrangs richtet sich nach der Ursache für Ihr Gesundheitsproblem: Bei einer leichten Herzschwäche schaffen Betablocker und ACE-Hemmer Abhilfe, in schwerwiegenden Fällen kommt ein Herzschrittmacher zum Einsatz.

Durch Diabetes ausgelöster nächtlicher Harndrang wird mit Tabletten oder Spritzen behandelt. Sind sonst keine Ursachen festzustellen, kann ein Blasentraining helfen. Dabei halten Sie tagsüber den Harn zurück und zögern den Gang zum WC hinaus. Somit gewöhnt sich das Organ an höhere Füllmengen und Sie wachen in der Nacht seltener auf.

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