Die Zunge ist ein Muskel, der sowohl beim Essen und beim Reden als auch wenn der Mund geschlossen ist mit jedem Bestandteil unserer Mundhöhle in Berührung kommt. Egal ob Zahnfleisch oder Zähne, die menschliche Zunge hat regelmäßig Kontakt mit einigen sehr empfindlichen Teilen des Körpers und kann diese somit sehr leicht mit krankheitserzeigenden Bakterien oder Viren infizieren.
Regelmäßige Zungenreinigung – darum ist es so wichtig
Die menschliche Zunge ist großflächig von Schleimhäuten überzogen. Durch diese feuchte bildet sie den idealen Lebensraum für Erreger jeder Art. Selbst wenn Sie weder an Karies noch an einer Zahnfleischentzündung leiden, tummeln sich rund 50 Millionen unterschiedliche Bakterien in ihrer Mundhöhle. Dies ist allgemein nicht weiter schlimm, da der Mensch sie braucht, um Nahrung in die für den Körper aufnehmbaren Stoffe zu zerspalten.
Zu diesen gehören Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Bei mangelnder Mundhygiene und Zahnpflege vermehren sich diese Bakterien allerdings immer weiter und können schmerzhafte Erkrankungen des Mundbereiches, wie Karies, Parodontitis oder Zahnfleischentzündungen hervorrufen.
Auch Mundgeruch entsteht vorwiegend durch die Bildung von zu vielen Bakterien im Mund- und Rachenraum. Dass sich die Bakterienpopulation Ihrem Mund bereits zu sehr ausgebreitet hat, können Sie an dem beige verfärbtem Belag Ihrer Zunge sehen.
Übrigens, zu seltene Zungenreinigung beeinträchtigt auch Ihren Geschmackssinn. Da dieser vorwiegend über die Zunge funktioniert, kann ein vermehrter Zungenbelag die Geschmacksnerven verzerren und so den Geschmack beeinflussen. Schmeckt Ihnen also einmal Ihr Lieblingsessen in Ihrem Lieblingsrestaurant nicht so gut wie sonst, muss das nicht unbedingt an den mangelnden Fähigkeiten des Koches liegen, sondern vielleicht einfach an Ihrer Zunge. Ein Grund mehr sie regelmäßig zu reinigen.
Diese Mittel helfen bei der Zungenreinigung
Wollen Sie bei der Zungenreinigung auf aufwendige Zahnarztbesuche verzichten, können Sie das auch ganz einfach zuhause erledigen. Mit diesen Tipps und Tricks wird Ihre Zunge sauber wie nie zuvor:
Essen von harten Lebensmitteln: Beim Konsum von harten Lebensmitteln wie rohem Gemüse oder Nüssen schabt sich von selbst ein Teil des Zungenbelags ab. Dadurch ist die Zunge zwar noch nicht komplett gereinigt, es ist allerdings eine ideale Methode für zwischendurch.
Abschaben: Zungenschaber gibt es zu Mengen bereits in der Drogerie zu kaufen. Doch auch ein herkömmlicher Löffel kann helfen den Zungenbelag abzuschaben. Hierbei einfach den Löffel so tief wie möglich in der Mundhöhle ansetzten und mit etwas Druck den Zungenrücken entlang herauszuziehen. Beginnen Sie auf jeden Fall so weit hinten wie es Ihnen möglich ist. Denn die meisten Bakterien siedeln sich auf der Zunge in der Nähe des Gaumen an.
Reinigung durch eine Salzspülung: Salz ist ein ideales Mittel zum Zerstören des Zungenbelags. Durch eine Säure zersetzt er den Belag und tötet krankheitserregende Bakterien ab. Eine Salzspülung zur Zungenreinigung ist leicht gemacht: Lösen Sie dafür einfach einen Teelöffel Salz in einem Glas Wasser auf. Nun können Sie sich Ihren Mund mit der Lösung ausspülen. Es ist nicht empfehlenswert die Salzlösung zu schlucken, da diese Ihren Magen reizen kann.
Kräuterextrakte: Mischt man einige Pflanzensäfte mit Wasser, erhält man ein großartiges Mittel gegen übermäßigen Zungenbelag. Hierbei kann man Thymian, Salbei oder auch Myrrhe verwenden.
Ölziehen: Das Ölziehen wurde schon im Mittelalter angewandt, um Bakterien im Mundraum abzutöten. Es hilft nicht nur gegen Zungenbelag sondern allgemein auch gegen Zahnbelag und Mundgeruch. Zum Ölziehen nimmt man einen Esslöffel voll Öl, meist wird Olivenöl oder Maiskeimöl verwendet, in den Mund und lässt es 15 Minuten durch den Mundraum ziehen.
Sprich man lässt es im Mund hin und her laufen, durch Zahnzwischenräume und eben über die Zunge. Anschließend spucken Sie das Öl wieder aus, spülen den Mund mit etwas Wasser aus und putzen sich wenn möglich auch noch die Zähne, um eine rasche erneute Bildung von Zahn- und Zungenbelägen zu verhindern.
Methoden der Zungenreinigung im Vergleich
| Zungenschaber (Kunststoff oder Edelstahl) | Effektivste mechanische Methode zur Entfernung von Belägen. Von hinten nach vorne über die Zunge ziehen, 2 bis 3 Mal wiederholen. Kunststoff ist weicher, Edelstahl langlebiger. Täglich morgens anwenden, vor dem Zähneputzen. |
| Zungenschaber aus Kupfer | In der ayurvedischen Heilkunde seit Jahrtausenden verbreitet. Kupfer besitzt natürliche antimikrobielle Eigenschaften, die Bakterien beim Kontakt hemmen. Langlebig und nachhaltig. Auf Lebensmittelqualität achten beim Kauf. |
| Zahnbürste zur Zungenreinigung | Grundsätzlich möglich, aber weniger effektiv als ein Schaber. Bürsten verteilen Beläge eher, statt sie abzuziehen. Studien fanden keinen messbaren Unterschied zwischen Bürste und Schaber in Bezug auf die Bakterienmenge. |
| Salzspülung | Ein Teelöffel Salz in einem Glas Wasser aufgelöst. Einfache Ergänzung zur mechanischen Reinigung. Zersetzt Zungenbelag und wirkt antibakteriell. Lösung nicht schlucken, da sie den Magen reizen kann. |
| Ölziehen | Einen Esslöffel Olivenöl oder Maiskeimöl 15 Minuten durch den Mundraum ziehen lassen, dann ausspucken. Tradierte Methode gegen Zungen- und Zahnbelag sowie Mundgeruch. Anschließend Mund ausspülen und Zähne putzen. |
Fazit: Zungenreinigung als unterschätzter Teil der täglichen Mundpflege
Die Zunge wird beim täglichen Zähneputzen von den meisten Menschen schlicht übersehen, dabei ist sie einer der größten Bakterienreservoire im Mundraum. Wer morgens zwei Minuten investiert, um die Zunge zu reinigen, tut seiner Mundgesundheit etwas Gutes, das weit über frischen Atem hinausgeht. Mundgeruch, beeinträchtigter Geschmackssinn und ein unangenehmes Mundgefühl lassen sich mit einer so einfachen Routine deutlich reduzieren.
Die Wahl des richtigen Mittels ist dabei weniger entscheidend als die Regelmäßigkeit. Ob Zungenschaber aus Edelstahl, Kupfer oder Kunststoff, ob Salzspülung oder Ölziehen als Ergänzung: Wichtig ist, dass die Reinigung täglich stattfindet und konsequent durchgeführt wird. Wer bisher nur einen Löffel zur Hand hatte, kann damit genauso beginnen. Ein einfacher Zungenschaber aus der Drogerie kostet wenige Euro und reicht für die meisten Menschen vollkommen aus.
Gerade im Alter gewinnt die Zungenreinigung an Bedeutung. Der Geschmackssinn lässt mit den Jahren nach, die Mundschleimhaut wird trockener und die Anfälligkeit für Zahnfleischerkrankungen steigt. Eine saubere Zunge kann dabei helfen, das Geschmacksempfinden länger zu erhalten und die bakterielle Belastung im Mundraum auf einem gesunden Niveau zu halten. Wer trotz regelmäßiger Pflege unter anhaltendem Mundgeruch, auffälligem Zungenbelag oder Schmerzen leidet, sollte nicht zögern, einen Zahnarzt aufzusuchen. In den meisten Fällen ist die Lösung jedoch viel einfacher: einfach anfangen und dranbleiben.
Häufig gestellte Fragen zur Zungenreinigung
Viele Menschen putzen täglich die Zähne, vergessen dabei aber die Zunge. Diese fünf Fragen und Antworten zeigen, warum die Zungenreinigung ein wichtiger Teil der Mundpflege ist und wie man sie richtig durchführt.
Wie oft und wann sollte man die Zunge reinigen?
Die Zungenreinigung sollte täglich durchgeführt werden, am besten morgens direkt nach dem Aufstehen, noch vor dem Frühstück und dem Zähneputzen. Über Nacht sammeln sich auf der Zungenoberfläche besonders viele Bakterien an, da die Speichelproduktion im Schlaf stark zurückgeht und der Mund kaum Bewegung ausführt. Dieser Belag lässt sich morgens am effektivsten entfernen. Nach der Zungenreinigung empfiehlt es sich, den Mund kurz auszuspülen und anschließend die Zähne zu putzen. Wer regelmäßig morgens reinigt, bemerkt meist schon nach wenigen Tagen eine deutliche Verbesserung des Mundgefühls und des Atemgeruchs.
Hilft Zungenreinigung wirklich gegen Mundgeruch?
Ja, in den meisten Fällen. Schätzungen zufolge liegt die Ursache für Mundgeruch in etwa 85 Prozent aller Fälle im Mundbereich, und bei rund der Hälfte dieser Fälle ist Zungenbelag der Hauptverursacher. Die auf der Zunge angesiedelten Bakterien produzieren flüchtige Schwefelverbindungen, die den unangenehmen Geruch erzeugen. Klinische Studien zeigen, dass die Zungenreinigung diese Schwefelverbindungen deutlich stärker reduziert als Zähneputzen allein. Bleibt Mundgeruch trotz regelmäßiger Zungenreinigung bestehen, können auch Erkrankungen der Zähne, des Zahnfleisches, der Nase oder des Verdauungstrakts eine Rolle spielen und sollten zahnärztlich abgeklärt werden.
Wie wendet man einen Zungenschaber richtig an, ohne Würgereiz?
Den Schaber unter warmem Wasser abspülen und dann so weit wie möglich hinten auf der Zunge ansetzen, da sich dort die meisten Bakterien befinden. Mit sanftem, gleichmäßigem Druck nach vorne ziehen, den Belag abstreifen und den Schaber abspülen. Diesen Vorgang zwei bis drei Mal wiederholen, bis kein sichtbarer Belag mehr abgehoben wird. Wer empfindlich auf den Würgereiz reagiert, sollte langsam beginnen und den Schaber zunächst nur im mittleren Bereich der Zunge ansetzen. Mit der Zeit lässt sich der Einsatzpunkt weiter nach hinten verschieben. Keinesfalls zu fest drücken, da dies die Geschmacksknospen reizen oder die Zungenoberfläche verletzen kann.
Kann die Zungenreinigung auch den Geschmackssinn verbessern?
Ja, das ist gut möglich. Ein dicker Belag auf der Zungenoberfläche legt sich wie eine Schicht über die Geschmacksknospen und beeinträchtigt deren Empfindlichkeit. Wer regelmäßig reinigt, berichtet häufig, dass Speisen intensiver und differenzierter schmecken. Dieser Effekt tritt oft schon nach wenigen Tagen der täglichen Anwendung auf. Studien deuten darauf hin, dass die Geschmackssensitivität durch regelmäßige Zungenreinigung spürbar gesteigert werden kann. Gerade für ältere Menschen, deren Geschmackssinn im Laufe der Jahre naturgemäß abnimmt, kann die Zungenreinigung eine einfache und kostenlose Maßnahme sein, um das Genussempfinden beim Essen zu verbessern.
Wann sollte man wegen der Zunge einen Zahnarzt aufsuchen?
Ein leichter weißlicher oder gelblicher Belag auf der Zunge ist normal und in der Regel harmlos. Bedenkenswert wird es, wenn der Belag trotz regelmäßiger Reinigung sehr stark ausgeprägt bleibt, eine auffällige Farbe wie Braun, Schwarz oder tiefes Gelb annimmt, oder wenn die Zunge schmerzt, brennt oder geschwollen ist. Auch anhaltender Mundgeruch, der sich durch Zungenreinigung und Zähneputzen nicht bessert, sollte zahnärztlich abgeklärt werden. Er kann auf Erkrankungen des Zahnfleisches wie Parodontitis hinweisen, die bei unbehandeltem Verlauf zum Zahnverlust führen können und im Alter besonders häufig auftreten.
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