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Medikamente einnehmen – was ist zu beachten?

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Wenn Sie zu den Senioren gehören, die Medikamente regelmäßig einnehmen müssen, ist es nicht so einfach den Überblick zu bewahren. Welche Pille muss man morgens einnehmen, warum ist ein Medikament auf nüchternen Magen zu verwenden?

Diese und ähnliche Fragen verunsichern gerade wenn Sie täglich mehrere Medikamente einnehmen müssen. In diesem Fall ist das Risiko für Wechselwirkungen groß: Manche Tabletten schalten die Wirkung anderer aus oder verstärken den Effekt sogar. Um gesundheitliche Folgen auszuschalten, lohnt es sich die Einnahme genau mit dem Arzt abzusprechen und sich umfassend zu informieren.

Richtig Medikamente einnehmen – für Senioren besonders wichtig

Senioren sind genau die Personengruppe, die Medikamente meistens über einen längeren Zeitraum hinweg einnimmt. Das beweisen auch Zahlen, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Deutschland veröffentlicht hat:

  • Zwei Drittel aller Medikamente werden Menschen über 60 Jahre verordnet
  • Die Anzahl an verordneten Mitteln steigt mit dem Lebensalter: 60- bis 64-Jährige nehmen im Schnitt zwei bis drei verschiedene Arzneien täglich ein, bei den 80-Jährigen sind es bis zu fünf. Dabei sind die in den Apotheken frei verkäuflichen Medikamente noch gar nicht erfasst.
  • Am häufigsten nimmt die ältere Generation Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein.
  • Schockierend ist die Tatsache, dass jeder Vierte ein Medikament einnimmt, das für diese Altersgruppe ungünstig ist

Selbst wenn Sie bestimmte Tabletten schon über Jahre hinweg einnehmen, lohnt es sich gemeinsam mit einem fachkundigen Apotheker oder Ihrem Arzt regelmäßig zu prüfen ob Sie an der Dosierung oder dem Präparat etwas ändern sollten.

Medikamente einnehmen: Was sich im Alter verändert

Viele Medikamente werden nicht an Senioren, sondern an jüngeren Menschen getestet. Das ist mit ein Grund, warum einige Tabletten wenig geeignet für Senioren sind. Das heißt nicht zwangsläufig, dass Sie sie nicht einnehmen dürfen, die Dosierung könnte jedoch anders erfolgen.

Einer der Gründe dafür ist, dass sich die Körperzusammensetzung mit fortschreitendem Alter verändert. Während ein junger Mann einen Fettanteil von durchschnittlich 20 Prozent aufweist, nimmt dieser Anteil im Alter auf ungefähr 30 Prozent zu. Gleichzeitig reduziert sich der Körperwasseranteil von rund 65 auf 30 bis 40 Prozent. Medikamente, die über das Körperwasser verteilt werden, sind daher bei älteren Menschen schon in geringerer Dosis wirksam.

Nicht nur die Körperzusammensetzung, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Ausscheidungsorgane nimmt ab. Die Nieren beginnen ab dem 40. Lebensjahr rund ein Prozent ihrer Funktion pro Jahr einzubüßen.

Auch der Abbau in der Leber funktioniert bei Senioren schlechter. Alle Stoffe, die über die Niere ausgeschieden werden, müssten demnach geringer dosiert werden. Ältere Personen reagieren meist auch empfindlicher auf Präparate, die auf das Nervensystem eingreifen.

Medikamente einnehmen und die Packungsbeilage beachten

Am besten legen Sie sich eine Liste mit den Medikamenten an, die Sie regelmäßig einnehmen müssen. Diese Information ist hilfreich, wenn Sie zum Beispiel zu einer Behandlung ins Krankenhaus müssen. Denn auch im Spital muss die gewohnte Therapie fortgesetzt werden können. Sollte der Arzt ein neues Präparat verschreiben, ergänzen Sie die Liste und schreiben die Einnahmeempfehlungen gleich dazu.

Mit „vor dem Essen“ ist gemeint, dass Sie das Präparat mindestens eine halbe Stunde vor der nächsten Mahlzeit einnehmen. Einige Medikamente wirken nämlich besser, wenn Ihr Magen weitgehend leer ist. Der Grund dafür ist, dass einige Pillen ein Überzug vor der aggressiven Magensäure schützt.

Sie entfalten erst im Darm ihre volle Wirkung. Wenn im Beipackzettel eine Einnahme mit der Mahlzeit empfohlen wird, schlucken Sie das Präparat beim Essen. Nach dem Essen bedeutet, dass Sie einen zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden zur letzten Mahlzeit einhalten.

Wenn Sie Medikamente einmal täglich einnehmen sollen, wählen Sie am besten ungefähr dieselbe Uhrzeit. Mit zweimal täglich ist ein möglichst gleicher Abstand (also 12 Stunden) gemeint. Dreimal täglich bedeutet, dass Sie morgens, mittags und abends Ihre Medikamente einnehmen. Sollten Sie darauf einmal vergessen, nehmen Sie auf keinen Fall die doppelte Portion. Dann kann es nämlich zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen.

Leichter schlucken Sie Medikamente mit einem Glas Leitungswasser. Somit bleiben keine Tablettenteile am Speiseröhrenrand hängen. Außerdem sorgt die Flüssigkeit dafür, dass der Wirkstoff schneller freigesetzt wird. Grapefruitsaft eignet sich nicht für die Einnahme von Medikamenten: Untersuchungen haben ergeben, dass Grapefruitsaft bei 85 Medikamenten zu unerwünschten Wechselwirkungen führt.

Auch Milch ist als Getränk für das Einnehmen von Medikamenten ungeeignet. Der hohe Kalziumanteil kann die Wirkung herabsetzen oder verändern. Betroffen sind davon unter anderem Antibiotika. Dasselbe gilt übrigens für Milchprodukte wie Joghurt und Käse.

Wenn Sie die Angaben auf dem Beipackzettel nicht verstehen, nehmen Sie die Medikamente nicht auf eigene Faust ein. Scheuen Sie nicht davor zurück, Ihren Arzt oder den Apotheker, um Rat zu fragen. Sie haben Probleme damit, den Beipackzettel zu lesen, weil die Empfehlungen so klein gedruckt sind?

Dann lohnt sich ein Blick in das Internet. Die meisten Beschreibungen sind nämlich auch online verfügbar. Mit der virtuellen Lupe vergrößern Sie den Text entsprechen und informieren sich über Dosierung, Einnahme und Wirkstoffe.


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