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Unangenehmes Problem: Der Reizdarm

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Wenn Sie häufig Blähungen, Verstopfungen und Durchfall plagen und Sie keinen Auslöser ausfindig machen können, leiden Sie vermutlich wie rund 20 Prozent aller Österreicher an einem Reizdarmsyndrom.

Die Diagnose ist nicht ganz einfach, weil sich ein Reizdarm in so vielen verschiedenen Symptomen äußert. Bei manchen Betroffenen treten sie permanent auf, andere wiederum schlagen Stresssituationen regelrecht auf den Darm. In ganz schlimmen Fällen bestimmte der Reizdarm das Leben und hat massive Auswirkungen auf soziale Kontakte, den Ernährungsplan und das Freizeitverhalten.

Symptome die auf einen Reizdarm schließen lassen

Wie viele Menschen tatsächlich von einem Reizdarm betroffen sind, lässt sich nur schwer abschätzen. In Deutschland vermutet man, dass rund 14 Millionen Menschen die Kriterien für die Diagnose erfüllen.

Da sich jedoch nicht jeder wegen regelmäßiger Bauchschmerzen in ärztliche Behandlung begibt, ist die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher.  Besonders häufig tritt ein Reizdarm bei Menschen unter 50 Jahren auf, jedoch auch Senioren und Kinder sind davon betroffen.

Im Fachjargon wird der Reizdarm als Colon irritable bezeichnet. Ein irritierter Darm, das trifft die Symptomatik gut. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier Typen:

  • Den Schmerztyp kennzeichnen wie der Name schon vermuten lässt regelmäßige Schmerzen an unterschiedlichen Stellen am Bauch. Betroffene berichten von brennenden und stechenden Dauerschmerzen, manchmal treten jedoch auch plötzliche Symptome wie bei einer Kolik auf. Anfangs verwechseln manche den Schmerz auch mit simplen Seitenstechen. Der Schmerz entsteht einerseits durch eine permanente Reizung der Darmschleimhaut, andererseits durch vermehrte Blähungen.
  • Der Blähtyp scheint auf jedes Lebensmittel empfindlich zu reagieren. Auch bei Gesunden entstehen während des Verdauungsprozesses Gase. Bei einem Reizdarm allerdings ist offenbar die Nahrungsverwertung gestört und es bilden sich übermäßig viele Gase. Die Patienten sind richtig aufgebläht und Gasblasen können richtige Bauchkrämpfe auftreten.
  • Schmerzhaft sind auch Verstopfungen, die im Zuge des Reizdarmsyndroms auftreten. Betroffene setzen nur drei oder viermal pro Woche Stuhl ab und haben dabei große Schmerzen
  • Beim Durchfalltyp hingegen kommt es zu mehr als drei Stuhlgängen am Tag. Oft tritt der Stuhldrang plötzlich auf und ist schwer zurückzuhalten. Gerade bei Reizdarm-Patienten mit diesen Symptomen kann es zu einer signifikanten Einschränkung des Soziallebens kommen. Betroffene halten sich am liebsten in der Nähe einer Toilette auf, längere Ausflüge werden zur Tortur.

Viele Betroffene berichten über Schleim im Stuhl und haben das Gefühl, den Darm gar nicht richtig entleeren zu können. Bei vielen Arten des Reizdarms klagen Patienten über ein Völlegefühl und das unabhängig davon ob sie an Durchfall oder Verstopfung leiden.

Wie ein Reizdarm diagnostiziert wird

Sollten Sie über einen längeren Zeitraum an Verdauungsproblemen leiden, ist der Gastroenterologe der richtige Ansprechpartner. Der auf Erkrankungen des Magen-Darmtrakts spezialisierte Mediziner nimmt in einem ausführlichen Anamnesegespräch Ihre Daten auf und erkundigt sich ganz genau nach Ihren Beschwerden.

Möglicherweise werden Sie aufgefordert, ein Beschwerdetagebuch zu führen und darin genau aufzulisten was und wie viel Sie essen und zu welchen Symptomen es gekommen ist.

Bei der Diagnose eines Reizdarms geht es vorwiegend darum, andere Gründe für die Beschwerden auszuschließen. Eine umfangreiche körperliche Untersuchung steht zu Beginn: Dabei hört der Arzt den Bauch mit einem Stethoskop ab und achtet genau auf die Darmgeräusche.

Durch das leichte Klopfen mit dem Finger auf dem Bauch erkennt der Fachmann, wie stark der Darm mit Luft gefüllt ist. Anschließend kann der Mediziner bei einem Bauch-Ultraschall die Leber, Gallenblase, Niere und Bauchspeicheldrüse genau untersuchen und ausschließen, dass diese Organe die Ursache für die Beschwerden sind. Den Darm mit Ultraschall zu untersuchen ist bei einem Reizdarm schwierig, da Blähungen das Ergebnis verfälschen.

Ganz genau untersucht der Arzt Magen und Darm bei einer Spiegelung. Dabei wird ein kleines optisches Gerät in en Verdauungstrakt eingeführt. Mit kleinen Kanälen können gleich Proben genommen werden falls der Verdacht auf eine Gewebeveränderung vorliegt.

Bei einem Reizdarm muss außerdem geklärt werden, ob eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt. Mit einem H2-Atemtest wird festgestellt, ob Sie empfindlich auf Fruktose oder Laktose reagieren. Bei Verdacht auf die Glutenunverträglichkeit Zöliakie wird ein Bluttest vorgenommen.

Therapie bei Reizdarm: Die Symptome behandeln

Sollten keine anderen Ursachen für die Beschwerden gefunden werden, wird die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt. Die Behandlung richtet sich nach den jeweiligen Symptomen. Bei Durchfall kommen unter anderem Gerbstoffe zum Einsatz.

Sie gibt es in Kapseln in der Apotheke. Freigesetzt werden Gerbstoffe auch, wenn Sie schwarzen Tee lange ziehen lassen. Auch Ballaststoffe wie Flohsamenschalen haben sich bewährt. Lassen Sie einen Löffel Flohsamen in einem Glas Wasser einige Minuten ziehen. Es bildet sich eine geleeartige Substanz. Wichtig ist, nach der Einnahme ausreichend zu trinken.

Begleitet Verstopfung den Reizdarm, ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme unbedingt erforderlich. Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter pro Tag. Auch eine ballaststoffreiche Kost hilft dabei, den Darm in Schwung zu bringen.

Leiden Sie unter Blähungen, dann greifen Sie am besten auf die bekannten Heilpflanzen Kümmel, Fenchel und Anis zurück. Fencheltee bekommen schon Neugeborene, die an unangenehmen Blähungen leiden. Reichen pflanzliche Präparate nicht aus, um Ihre Lebensqualität zu verbessern, verschreibt der Mediziner entschäumende Medikamente.

Auch mehr Entspannung in Ihr Leben zu bringen ist bei einem Reizdarm sinnvoll. Viele entwickeln die Beschwerden nämlich aufgrund von Stress. Nehmen Sie sich Zeit für Dinge, die Ihnen Freude bereiten.

Gehen Sie an der frischen Luft spazieren, denn Bewegung wirkt sich positiv auf den Verdauungstrakt aus. Entspannungsbäder, Yoga oder eine Massage, alles was Ihnen gut tut besänftigt auch Magen und Darm.

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